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SAMSTAG, 19. September

SAMSTAG, 19. September 2020 28 » OB Bernhard Ilg zur infrastrukturellen Bedeutung des Schlossbergs: Neben den elementaren Themen Innenstadt und Hochschule – dazu stehe ich, denn eine Stadt unserer Größenordnung kann nicht ohne Forschung und Wissenschaft bleiben – muss der Schlossberg als Ort mit zentraler Bedeutung für Heidenheim insgesamt gelingen: als Begegnungsstätte in mehrfacher Hinsicht mit Klinikum, Sport- und Freizeitanlagen und dem Schloss Hellenstein. Alle Institutionen auf dem Schlossberg brauchen eine bessere Vernetzung und eine ganzheitliche Betrachtung, sie können nicht nur punktuell gesehen werden. Dafür besteht im Moment die große Chance bei der Erstellung von Bebauungsplänen für Klinikum und rund um das Stadion des FCH. Wenn wir uns dabei perspektivisch auch mit dem Land um das Schloss Gedanken machen, dann kann das Besondere gelingen. » WZ: Wie sieht der ideale Schlossberg für Sie aus? OB Bernhard Ilg: Ich sehe durchaus eine Chance für Aufstiegshilfen auf den Schlossberg. Das könnte eine moderne, hochinnovative Seilbahn sein, die nichts mehr mit dem zu tun hat, was wir vor 30 Jahren kannten. Unser Herz schlägt für die Region. Gemeinschaft heißt, füreinander da zu sein. Deshalb unterstützen wir die Kommunen, Unternehmen und Vereine in unserer Region. www.ksk-heidenheim.de Telefon 07321 344-0 Sie könnte einen erleichterten Zugang auch zum Klinikum und dem Wohngebiet Reutenen schaffen mit hoher Relevanz und einem Beitrag zum Nahverkehr, der vergleichsweise schnell und wirtschaftlich zu erreichen ist. Dieses Thema ist für mich mit dem Schlossberg gemeinsam zu sehen. Der ideale Schlossberg hat für Kultur und Sport genügend Raum, beherbergt ein hochmodernes Klinikum, genügend Wohnraum, Schloss Hellenstein ist von Mai bis September durchgehend genutzt. Dazu braucht es mehr als ein paar Worte oder etwas Sommergastronomie. Das Schloss Hellenstein muss dazu auch in einer anderen Weise als jetzt begehbar sein. Für Personen mit körperlichen Einschränkungen oder bei Regenwetter ist der Zugang zum Rittersaal kaum möglich. Wenn das Land Baden-Württemberg will, dass solche wunderbaren Liegenschaften adäquat genutzt werden, muss man auch einmal zu Eingriffen fähig sein. Das geht nicht von heute auf morgen und braucht eine vielschichtige Herangehensweise. Aber wenn wir nicht beginnen… Ich habe auch lange gebraucht um das zu sehen: Der Schlossberg muss als Ganzes betrachtet werden. Dann werden die vielen Mosaiksteine am Ende ein Bild ergeben, das alle glücklich macht. FOTO: © MAIKE WAGNER » WZ: Was braucht Heidenheim als Wirtschaftsstandort in den nächsten fünf Jahren? OB Bernhard Ilg: Wichtig wird sein, dass wir mit denjenigen, die da sind, die Zukunft gestalten. Dass unsere großen und kleinen Firmen spüren: Stadt und Wirtschaft sind eins: ohne Wirtschaft keine Zukunft. Entwicklungen, die die Wirtschaft braucht, müssen wir unterstützen. Mobilität ist signifikantes Thema. Zudem brauchen wir alternative Wohnformen, und auch, dass beispielsweise Mitarbeiter auch im Stadtgebiet Einfamilienhäuser erwerben oder bauen können. Firmen müssen ihrerseits als prosperierende Betriebe mit genügend Anziehungskraft die Mitarbeiter*innen der Zukunft gewinnen können. Deshalb bin ich dankbar, dass uns die interkommunale Zusammenarbeit gelingt. Der Zweckverband mit Oberkochen und Königsbronn ist ein Modell der Zukunft, weil Wirtschaftspolitik im Hinblick auf Mitarbeiter, Wohnraum, Kosten, Flächen und Transportwege nicht in einer Blase gemacht werden kann. Es ist ein Zeichen unserer Zukunftsfähigkeit. » WZ: Wird der Wirtschaftsstandort Heidenheim/Ostwürttemberg an der von Baden-Württemberg geplanten Wirtschaftspräsenz in Tel Aviv mitmischen – auch zur Förderung mittelständischer Betriebe bei der Digitalisierung? OB Berhard Ilg: Bislang sind wir davon nicht berührt. Doch ein Wirtschaftsstandort wie Heidenheim und eine Wirtschaftsregion wie Ostwürttemberg muss immer aufgeschlossen sein. Und wenn es da einen Themenkreis mit Kooperationsmöglichkeiten gäbe, dann müssen wir voll dabei sein. » WZ: Wie wirkt das auf Sie, wenn gewisse Anfälligkeiten für Verschwörungstheorien auch in Heidenheim auf Demonstrationen zutage treten? An welchem roten Faden können sich Bürger*innen aus Ihrer Sicht in der Pandemie orientieren? OB Bernhard Ilg: Die Frage ist, auf welche Weise Kritik an politischen Entscheidungen innerhalb einer freiheitlichen Demokratie geschieht. Sobald das aggressiv und fanatisch erfolgt, ist das von mir persönlich abzulehnen. Die kritische Auseinandersetzung dagegen halte ich für wichtig. Für mich als Kommunalpolitiker war in der Corona-Akutphase mit das Schmerzlichste, dass die Kontakte zu den Mitbürgern nicht mehr stattfinden konnten. Kein Neujahrsempfang, kein Küferfest. Wenn wir wollen, dass diese Dinge wieder stattfinden, dann müssen wir mit diesem Virus leben lernen. Denn wir haben weder die Garantie auf einen allumfassenden Impfstoff, noch eine darauf, dass sich das Virus nicht in einer anderen Form darstellt. Beim Lernen, wie man mit dem Virus umgeht, muss man sich verständigen auf das Bekannte und darauf, was bisher geholfen hat und daran immer wieder appellieren. Im Moment gibt es keine andere Verständigungsebene als Hygiene und Mindestabstand. Man lernt da jeden Tag dazu. Wir brauchen geordnete Versuchsfelder um gezielt in einer wissenschaftlichen Ausprägung zu probieren und um daraus zu lernen. Ich bedaure zutiefst, dass zum Beispiel das mögliche Versuchsfeld nicht genutzt wird, die Fußballstadien teilweise zu öffnen. Aber mit Verschwörungstheorien wird ein Virus nicht bekämpft. » WZ: Herr Oberbürgermeister Ilg, vielen Dank für das Gespräch. dast FREIGABE OBERBÜRGERMEISTER ILG 08.09.2020: SKn

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