Aufrufe
vor 1 Jahr

WZ190920_

  • Text
  • Heidenheim
  • September
  • Stadt
  • Menschen
  • Brenz
  • Landrat
  • Giengen
  • Steinheim
  • Gemeinde
  • Felsen

FOTO: ©DANIELA STAENGLE

FOTO: ©DANIELA STAENGLE SAMSTAG, 19. September 2020 26 ie man als Oberbürgermeister 20 Jahre Erfolgsgeschichte schreibt und Visionen im Herzen behält Stadtgespräch: Der Schlossberg muss gelingen Am Höhepunkt der OB Karriere ährend sich die Redaktion auf das Z-Stadtgespräch vorbereitet hat, ist ekannt geworden, dass OB Bernhard lg nach seinem 65. Geburtstag im aufe des nächsten Jahres als Oberürgermeister aufhören wird. WZ: Herr Oberbürgermeister Ilg, ie gelingt es Ihnen als Stadtvater, ass die Stadt Heidenheim einen seit ahren beständigen Aufwärtstrend u verzeichnen hat? Gibt es ein Erolgsgeheimnis, eine Schaffens-Straegie? Welches sind Ihre persönlihen Ressourcen? Wie erholen Sie ich in der freien Zeit? Auf welche Erungenschaften sind Sie stolz, woruf und worüber freuen Sie sich beonders? B Bernhard Ilg: Worüber ich froh in und worauf wir gemeinsam stolz ein können ist in der Tat, dass man ich in Heidenheim in den verganenen 20 Jahren nicht auf zwei, drei hemen kapriziert hat. Das Bemüen war, möglichst vieles gleichzeiig zu machen. Die Stadtentwicklung ls Hauptthema, dazu parallel Bildung nd Betreuung, wir haben weiterhin ine Gartenschau gemacht und auch port und Kultur weiter entwickelt. ch denke, das ist eine Errungenschaft ür die Stadt, dass dies gelungen ist – atürlich mit unterschiedlicher Tiee und unterschiedlichen finanziellen essourcen. Ich denke, das ist wichtig, weil die Bürgerinnen und Bürger merken, man kümmert sich beispielsweise um die Innenstadt, aber gleichzeitig wird die Halle in Schnaitheim nicht vergessen. Das schafft ein gewisses Klima. Worauf wir auch stolz sein müssen, ist das große Miteinander, das neben aller Auseinandersetzung in der Heidenheimer Bevölkerung vorherrscht. Das bildet sich ab im Gemeinderat, der immer bemüht ist, im Konsens für die Stadt und ihre Bürgerschaft zu arbeiten. Das zeigen auch die dort erzielten Abstimmungsergebnisse. » OB Bernhard Ilg über Erfolgsfaktoren: Ein wichtiger Erfolgsfaktor sind die hervorragenden und leistungsfähigen Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung Heidenheim. Durch die prima Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durfte ich immer spüren, dass man getragen wird von seiner Verwaltung. Das ist ein Geben und Nehmen. Ein anderer Faktor ist sicherlich, dass es uns gelingt, dass wir von uns entwickelte Konzepte auch zur Umsetzung bringen. Kreativität und Eifer bleiben bestehen, wenn der Erfolg der Arbeit sichtbar wird. Die vergangenen 20 Jahre haben wir in den Gemeinderat hinein gearbeitet und nach den Entscheidungen immer weiter bis zur vollständigen Durchführung. Ich denke, das beflügelt dann auch. Zur Erfolgsgeschichte gehört auch, dass wir nie lang anhaltende finanzielle Probleme hatten. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir uns immer wieder etwas einfallen ließen. Die Arbeit in den Sanierungsgebieten wird ganz überwiegend positiv bewertet, der Verkauf von Aktien hingegen unterschiedlich. Doch ohne die dadurch verbesserte finanzielle Ausstattung wäre unsere Handlungsbasis nicht gewährleistet gewesen. Die Kreativität der Entscheider gehört dazu. Was für mich persönlich für den Erfolg über eine lange Zeit hin notwendig ist, in der man sich schon intensiv einbringt – die Stunden und Tage zu zählen erübrigt sich ja – das ist eine stabile Gesundheit. Dafür darf ich danken; das ist der Fall. Genauso wichtig ist die Familie, die einem zu dieser Leistungsfähigkeit verhilft. » OB Bernhard Ilg zu Handlungsstrategien: Und ja, unser Schaffen in der Verwaltung und im Gemeinderat folgt einer Strategie. Wir haben uns in den Klausuren des Gemeinderates immer mit den strategischen Handlungsfeldern beschäftigt. Mal war das die Gartenschau, dann Bildung und Betreuung. Es ist schon wichtig, dass Gemeinderat und Verwaltung Ziele vor Augen haben und wissen, warum sie etwas tun. Beispielsweise ist die generationengerechte Stadt eines unserer aktuellen strategischen Handlungsfelder. » OB Bernhard Ilg über Freizeit im Beruf: In den vergangenen 35 Jahren als Bürgermeister und als Oberbürgermeister hatte ich wenig Freizeit. Doch die Freizeit, die wir im Urlaub hatten, die haben wir intensiv gelebt. Entweder bei Unternehmungen mit der Familie oder auf Reisen zu interessanten Zielen, um etwas zu entdecken, damit neue Impulse auf einen einströmen. Ich glaube, dass dieses Amt Kreativität braucht. Und Kreativität ihrerseits braucht Impulse. Die kann man schon auch bekommen, wenn man unterwegs ist. Wenn Freizeit, dann intensiv. Über die geplante Freizeit hinaus geht in dem Amt nichts. Dass man zum Beispiel einmal spontan Ski fahren gehen kann. Das wünsche ich mir, dass ich das dann irgendwann im nächsten Jahr mit meiner Frau umsetzen kann. – » OB Bernhard Ilg darüber, dass er im Amt aufhören wird: Im Wahlkampf habe ich bereits vorgegeben, dass ich mindestens bis zum 65. Lebensjahr arbeiten werde, so es die Gesundheit zulässt. Und dass man dann neu nachdenkt.

SAMSTAG, 19. September 2020 27 m nächsten Jahr werde ich ja 65, und ie Idee, im Laufe des Jahres aufzuhöen, verfestigt sich immer mehr. Weil ch glaube, dass dann bei allem, was an an Visionen und Vorstellungen och im Kopf hat – und die sind nicht u knapp, ich versprech´s! (lacht) – ass es dann auch mal gut ist und ngezeigt, dass wieder Veränderung tattfindet. So, wie ich wollte, dass ich die Stadt immer verändert, was a zu Beginn meiner Amtszeit gerne ritisiert wurde, weil Veränderungen uch manchmal schmerzlich sind. So uss es auch im Personellen Veränerungen geben. Nach über 20 Jahren arf es das auch an der Stadtspitze. WZ: Wie sehen Sie Heidenheim erzeit im Angebot der Naherhoungsmöglichkeiten aufgestellt? B Bernhard Ilg: Dass wir alleine auf em Heidenheimer Stadtgebiet drei usgewiesene Naherholungsgebiee haben, ist etwas Besonderes. Das ind in der Innenstadt der Brenzark, der uns seit der Landesgarenschau immer wertvoll und werig war und nie vernachlässigt wure, dazu kommt der Wildpark hiner dem Schlossberg – alle, die wir en Eichert mit Kind und Kindeskind esuchen, wissen, wie wichtig er für eidenheim und die Region ist. Zuem besitzt Heidenheim in der Eienschaft als waldreichste Kommune m Regierungsbezirk Stuttgart einen nbezahlbaren Schatz: über die Naerholung hinaus geht es um Sauertoff und um Wasser. Ich werde nicht üde zu betonen: wir versorgen uns elbst mit Wasser. In die Zukunft berachtet, kann das von noch größerem ert sein. Für diese drei Säulen der aherholung dürfen wir dankbar sein nd müssen immer daran arbeiten, ass sie wertig und beständig bleien. Dürfte ich mir ein neues Projekt m Bereich Naherholung wünschen, äre das ein „Wolkenrutscher“ im renzpark, damit dieser ein immer eu attraktiver Treffpunkt für Famiien bleibt. Das Projekt würde aber indestens eine halbe Million Euro osten, daher ist es eher schwer fianzierbar. WZ: Was braucht Heidenheims Inrastruktur aus Ihrer Sicht in den ächsten fünf Jahren? B Bernhard Ilg: Ein Pflichtthema st die weitere Gestaltung der Inenstadt. Wir haben uns vor 20 Jahen darum bemüht mit dem Ergebis der Schloss-Arkaden, die uns im ettbewerb mit anderen Kommunen amals weit nach vorne gebracht haen. Man kann sich nicht ausruhen, uch andernorts sind Veränderunen sichtbar. Deshalb ist es so wichig, dass wir uns der Innenstadt zuenden. Jede Anstrengung lohnt sich, enn wir für Besucher und Bürger n Heidenheim eine urbane Situation des Wohlfühlens und der spürbar hohen Aufenthaltsqualität vermitteln, vom Rathausplatz ausgehend, unter Einbeziehung der Grabenstraße, der Hauptstraße, der Hinteren Gasse. Das beginnt beim Städtebau, ergänzt durch Dienstleistungen und Kultur. Von privater Seite ist die Gastronomie weiterzuentwickeln und die Angebote in den Produkten des täglichen Bedarfs. In den nächsten zehn Jahren muss uns mit der solidarischen Anstrengung der Gemeinschaft aller Beteiligten für unsere Stadt wieder ein Wettbewerbsvorteil gelingen. » WZ: Wo sehen Sie in dieser Entwicklung den Anfangspunkt? OB Bernhard Ilg: Den Anfangspunkt und Nukleus bilden Rathaus und Rathausplatz. Denn der Rathausplatz wird geprägt von der Tiefgarage, deren Abdeckung wegen Schadhaftigkeit große Sorge macht. Die Abdeckung muss entfernt werden. Dabei bietet sich die neue Gestaltung des Rathausplatzes natürlich an, die Christianstraße und später die gesamte Fußgängerzone werden miteinbezogen. Die Bürgerbefragung zum Thema läuft gerade an, ein städtebaulicher Wettbewerb für das Areal folgt im nächsten Jahr. Die Rathausfassade muss wegen des Sonnenschutzes für die Mitarbeiter an den Fenstern und aus Umweltgründen erneuert werden. Damit ist die Reihenfolge vorgegeben: Rathaus – Rathausplatz – Grabenstraße – Hauptstraße. Viele Vorbereitungen wurden bereits getroffen und der Umbau des Elmar-Doch-Hauses hat ja bereits begonnen. Das wird ein Schmuckstück für die Hauptstraße und lässt den hohen Sinn des Gesamtprojekts erahnen. » WZ: Welche Entwicklungen im Bereich der Verkehrswege würden Heidenheim guttun? OB Bernhard Ilg: Zur Infrastruktur gehören auch Straßen, Wege, Plätze. Fußgänger und Radfahrer sind wichtig; ebenso natürlich die Planung der Verkehrswege für KfZ. Schade, dass uns einzelne Gemeinderatsmitglieder nicht abgenommen haben, dass ein Innenstadttunnel wichtig ist. Auch, dass uns das Land nicht massiv unterstützt hat, denn es wäre eine kolossale Entlastung für die Innenstadt, wenn der kleine Innenstadtentlastungstunnel käme – beginnend bei den Römeranlagen und bis zur Musikschule. Die wichtigen Kreuzungen Bergstraße, Schnaitheimer Straße, Marienstraße wären entlastet. Dass es in der Innenstadt Zone 30 gibt, halte ich für realistisch in Verkehrszonen ohne lange Durchgangsstrecken. Zu gewissen Zeiten, zum Beispiel nachts, kann auch in diesen Bereichen aus Lärmschutzgründen über Zone 30 nachgedacht werden. » WZ: Sie erwähnten im Vorgespräch den Spatenstich bei der DHBW im Sommer 2021... OB Bernhard Ilg: Das Projekt steht unter dem Titel „Campus an der Brenz“. Was uns im Norden des Campus mit Kindergarten, Gemeinschaftsschule, Zukunftsakademie und Dock33 gelungen ist, zeigt, dass die Begrifflichkeit auch gelebt wird. Da haben wir wirklich etwas geschaffen! Das Finale besteht dann im zweiten Bau der Dualen Hochschulen durch das Land. Sie kommt spät. Das ist ein großes Ärgernis, zumal wir gemeinsam, die Stadt, die Wirtschaft, der Landkreis, die Banken, so viele Millionen an Eigenbeteiligung nach Stuttgart geschaffen haben, dass es angemessener gewesen wäre, schneller zu agieren. Aber entscheidend ist, dass es weitergeht. Die Zusage der Finanzministerin für den Spatenstich im Sommer 2021 lässt uns wieder mutig weiterdenken. Der Campus an der Brenz wird dabei als Hochschule mit Forschung und Wissenschaft belegt und über die Jahre können ergänzende Bauwerke um diesen Hochschulkörper hinzukommen wie Forschungsgebäude, Dienstleister und Parkhaus. Zugleich wird der Fußgänger- und Radweg an der Brenz von Aufhausen bis Mergelstetten auf dem Abschnitt des neuen DHBW-Geländes neu gebaut – parallel zu dem bereits bestehenden Abschnitt entlang des Brenzparks. Unser wichtigstes Investment: die nächste Generation hdh-voba.de Wir finden, die Welt braucht mehr Zuversicht. Deshalb unterstützen wir alle, die den Mut haben, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. FOTO: © MAIKE WAGNER

Neue Woche

Heidenheim September Stadt Menschen Brenz Landrat Giengen Steinheim Gemeinde Felsen