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WZ_27.06.2020

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SamStag, 27. Juni 2020

SamStag, 27. Juni 2020 20 HEIDENHEIM -Sport in Stadt und Kreis Sportkreispräsident Klaus-Dieter Marx Foto: Maike Wagner „Corona-Soforthilfe“ für Sportvereine Sportkreis-Präsident Klaus-Dieter Marx: Antragsverfahren ist ehrenamtsfreundlich gestaltet. 15 Euro je Mitglied für Vereine mit finanziellen Engpässen. WLSB nimmt Anträge ab sofort und bis 30. November entgegen. Es gibt ab jetzt finanzielle Unterstützung für Sportvereine. Die Landesregierung hat vor wenigen Tagen die „Soforthilfe Sport“ beschlossen. Nunmehr stehen rund 11,6 Millionen Euro zur Unterstützung der Sportvereine zur Verfügung. Das Geld ist für bereits entstandene oder zu erwartende finanziellen Engpässe im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gedacht. Das ist ein unbürokratisches Hilfsprogramm, das die Besonderheiten des gemeinnützigen Sportsystems berücksichtigt. Vor allem der lange Antragszeitraum bis zum 30. November unterscheidet die „BW-Soforthilfe Sport“ von den Programmen anderer Bundesländer. „Dadurch können auch Vereine Anträge stellen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt ein Liquiditätsproblem bekommen. Denn keiner kann vorhersagen, wie es etwa mit dem Spielbetrieb im Mannschaftsport nach den Sommerferien weitergeht“, erklärt Klaus-Dieter Marx. Antragsverfahren und -formular seien zudem sehr schlank gehalten, um den Ehrenamtlichen in den Vereinen den Weg zur Soforthilfe nicht unnötig zu erschweren. Die Richtlinien der „Soforthilfe Sport“ sehen vor, dass Hilfsgelder zur Überbrückung von existenzgefährdenden Liquiditätsengpässen in diesem Jahr gewährt werden. Ein solcher Engpass liegt etwa vor, wenn die Vereinseinnahmen aus ideellem Bereich, Zweckbetrieb und Vermögensverwaltung voraussichtlich nicht ausreichen, um die laufenden Ausgaben bis Jahresende zu decken. Die Höhe der Soforthilfe beträgt 15 Euro je Vereinsmitglied, maximal jedoch bis zur Höhe des Liquiditätsengpasses. Die Soforthilfe kann bei der WLSB-Geschäftsstelle in Stuttgart ab sofort beantragt werden und wird vom WLSB nach einer formalen Prüfung zügig ausgezahlt. Anträge können bis zum 30. November gestellt werden. Das Antragsformular sowie einer Liste häufig gestellter Fragen (FAQ) zum Antragsverfahren gibt es unter www. wlsb.de/corona/soforthilfe-sport. Quelle: Sportkreis Heidenheim e.V. Kampfkünste und Kampfsport im hsb Dr. Wolfgang Rau stellt die Idee des „Do“ vor und die Kampfsportabteilung des hsb So kommt Ihr So Sport kommt in die Ihr Sport in die WochenZeitung.de WochenZeitung.de WochenZeitung.de Maike Wagner Teamleitung Maike Wagner Teamleitung Maike Die WochenZeitung Wagner aktuell aktuell Teamleitung in Heidenheim ist für ist Ihre für Ihre Die WochenZeitung aktuell in Sportmitteilungen und Die Heidenheim WochenZeitung ist für Ihreund aktuell Sportmitteilungen in Veranstaltungshinweise Heidenheim ist und 24 Stunden erreichbar für Ihre unter: Veranstaltungshinweise Sportmitteilungen 24 Stunden erreichbar und unter: 24 Tel. Veranstaltungshinweise Stunden 0 73 erreichbar 21 / 347 610 unter: Tel. 07321 347-610 Tel. 24 E-Mail Stunden 0 maike.wagner@ 73 erreichbar 21 / 347 610 unter: E-Mail maike.wagner@hz.de E-Mail maike.wagner@ hz.de Tel. 0 73 21 / 347 610 hz.de E-Mail maike.wagner@ hz.de Wir präsentieren den Sport mit Profikraft Konzept Heidenheim. Kampfkunst hat in Heidenheim eine lange Tradition. Die Budo-Abteilung des Heidenheimer Sportbundes (hsb) bietet Aikido, Karate, Judo, Kobudo und Tai Chi an. Der Leiter der hsb Kampfsportabteilung, Dr. Wolfgang Rau, gibt Einblick in das Wesen und die Faszination der Kampfkünste, die durch Konzentration, Koordination und Körperbeherrschung sowohl den Körper wie auch die Persönlichkeit ausbilden. Der Träger des 5. Dan (5. Meistergurtgrad) setzte sich während seiner 53-jährigen Kampfkunstpraxis mit mehreren Kampfkünsten und – sportarten sowohl in Fernost wie auch in Europa auseinander, lehrte mehr als 30 Jahre lang Karate im hsb Kindertraining und unterrichtet seit über zwei Jahren Tai Chi, das er selbst bereits seit 15 Jahren ausübt. Dr. Raus Einstieg in die fernöstliche Welt der Kampfphilosophie begann vier Jahre nach der Gründung der Budoabteilung beim hsb. „Das war damals etwas Neues in Heidenheim. Ich war sportlich sehr aktiv und jeden Abend in irgendeiner Sportstunde,“ erinnert sich Dr. Wolfgang Rau. „Interessehalber nahm ich bei einem Karatekurs des Turn- und Sportbundes (TSB) teil (Anm.: Aus der Fusion von TSB und VFL entstand der heutige hsb).“ Seither ist Rau auf dem Weg der Karatekunst geblieben. Kampfkunst oder Kampfsport – was für wen geeignet ist In der Kampfkunst geht es darum, in einer Selbstverteidigungssituation den Gegner möglichst schnell kampfunfähig zu machen. Das Ziel dabei ist jedoch, solche Situationen zu vermeiden. Im Zentrum der Kampfkunstphilosophie geht es um die Ausbildung der Persönlichkeit. Das zeigt sich in der Bezeichnung „Do“ – Weg. Es gibt keine Regeln in der Kampfkunst und es geht nicht darum, sich zu messen. „Wir lehren Gewaltlosigkeit,“ betont Dr. Wolfgang Rau. „Es soll auch dazu führen, dass man in einer Selbstverteidigungssituation nicht aggressiv handelt, sondern ruhig bleibt.“ Durch beständiges Training lernen Schüler mit der Zeit, selbstsicherer zu werden. Das allein sei bereits ein wichtiger Faktor zur Gewaltvermeidung. Wenn jemand lange Kampfkunst betrieben hat, wird er in der Öffentlichkeit anders wahrgenommen, ist sich Rau sicher. Jemand, der aufrecht geht, wird nicht so schnell zum Opfer wie jemand, der geduckt wirkt. Man kann auch immer besser Gefahrensituationen einschätzen und sie durch vorbeugendes Verhalten umgehen oder entschärfen. „Jeder Selbstverteidigungskonflikt, der vermieden werden kann, ist ein Sieg im Sinne der Kampfkunst.“ Dr. Wolfgang Rau, Leiter der Kampfsportabteilung beim hsb. Kampfsport ist Wetteifern Insbesondere im Kinderbereich bietet der hsb Wettkampftraining an. Im Kampfsport möchte man im Gegen-

SamStag, 27. Juni 2020 21 HEIDENHEIM -Sport in Stadt und Kreis Fotos: Daniela Stängle, hsb satz zur Kampfkunst möglichst viele Kämpfe bestreiten und Auszeichnungen gewinnen. Es geht dabei nicht um Selbstverteidigung, sondern um Punktegewinn und um Regeln. „Kampfkunst und Kampfsport - im hsb verbinden wir beides miteinander,“ sagt Dr. Wolfgang Rau. Viele Eltern sagen uns auch, dass ihre Kinder durch den Kampfsport Disziplin lernen sollen. Wir kompensieren da einiges. Wir wollen wichtige Werte vermitteln wie Aufrichtigkeit, Disziplin, Achtung vor Mitmenschen, vor Älteren, Rücksicht, Respekt und Toleranz, die Ablehnung von Gewalt.“ Die Kampfkunstarten im hsb Karatedo – „Der Weg der leeren Hand“ Karate trainieren im hsb derzeit etwa 150 Personen, davon etwa 30 Best-Ager und 80 Kinder. Der hsb hat eine Kooperation mit der Mittelrainschule; das Soundkarate ist geöffnet für alle Heidenheimer Grundschulen. „Viele der Eltern, die als Kinder bei uns im Karatetraining waren, schicken jetzt ihre Kinder und fangen teilweise selbst wieder an,“ freut sich Dr. Rau. Der älteste Best-Ager im hsb ist 84 Jahre. Er begann erst vor drei Jahren. Karate ist ein Ganzkörpertraining für alle Altersgruppen. Kobudo – „Die alte Kriegskunst“ Kobudo ist Karate mit Waffen. Im hsb wird das Waffenkarate mit vier verschiedenen Waffen unterrichtet. Die eingesetzten Waffen gehen ursprünglich auf landwirtschaftliche Geräte wie z.B. Sichel oder Stab zurück. Beim Einstieg ins hsb Kobudo sind Kenntnisse im Karate von Vorteil. Judo – „Der sanfte Weg“ Judo wird als Wettkampfsport gelehrt. Im hsb trainieren derzeit etwa 25 Judoka im Kinder- und Erwachsenentraining. Ursprünglich beinhaltete auch Judo Tritt- und Schlagtechniken. Da diese bei Wettkämpfen nicht eingesetzt werden können, gerieten sie in Vergessenheit und werden heute nicht mehr gelehrt. Aikido – friedliche, moderne Kampfkunst Das betont defensive Aikido geschieht mit dem Ziel, die gegnerische Angriffskraft in einer Weise zu leiten, dass eine Fortführung des Angriffs unmöglich wird – ohne die Absicht zum Gegenangriff und mit ausdauernder Gegnerkontrolle, bis der Gegner den Kampf aufgibt. Im hsb Aikido Training befinden sich etwa 30 Kinder und Erwachsene, Anfänger und Fortgeschrittene. Tai Chi – Kampfkunst und Gesundheitslehre Auf der Suche nach den Wurzeln der Kampfkunst stieß Dr. Wolfgang Rau auf das chinesische Tai Chi - die Methode des obersten Lebensprinzips, das Prinzip der Einheit aller Gegensätze. Es gibt zwei Lehrarten des Tai Chi: Zum einen als Methode, mit der inneren Lebensenergie in einer Weise umzugehen, dass positive Gesundheitswirkungen wie Stressabbau oder Blutdrucksenkung erreicht werden. Ursprünglich ist Tai Chi eine der inneren Kampfkünste für den Nahkampf mit oder ohne Waffen. Im hsb besuchen etwa 30 Erwachsene das wöchentliche Tai Chi Training. Unterricht und Geschichte der Kampfkunst Zum besseren Verständnis der Kampfkünste ist der Unterricht Dr. Wolfgang Raus und seines Teams aus Kampfsportlehrern neben den Körperübungen von geschichtlichen Erzählungen geprägt: Über die Insel Okinawa an der Südspitze der japanischen Inseln als Ursprungsort des Karate; von den Einflüssen bestimmter Tänze und chinesischer Kampfkünste auf die einheimische Zweikampfform; oder über den Begründer des modernen Karate Gichin Funagoshi, der 1922 vom japanischen Thronfolger Hirohito zu einer Demonstration des Waffenkarate nach Tokyo eingeladen wurde, von wo aus die Kampfkunst schnell beliebt und weiterentwickelt wurde. Heute entscheiden sich Schüler meist zwischen der Form mit und der ohne Waffen. – Aus Zeitgründen. Die Art und Weise, Kampfkunst zu unterrichten, unterscheidet sich stark in Fernost und im Westen, berichtet Dr. Rau. „Der Osten macht. Im Westen will man wissen, warum,“ erklärt der Karatemeister. Im Training bei Japanern gebe es keine Erklärungen. Man macht und macht nach. In der Tai Chi Ausbildung wurde Rau nicht einmal korrigiert. So entwickelt jeder seinen eigenen Stil. „Doch in der Abteilung können wir das nicht 1:1 übertragen. Es ist notwendig, das Training an die westlichen Bedürfnisse anzupassen.“ „Do“ – Schüler- und Meistergrade auf einem Weg Bei der japanischen Idee des „Weges“ werden „Do“s als Entwicklungswege zur Ausbildung der eigenen Persönlichkeit gewählt. Neben Karate-do (jap. „Weg der leeren Hand“) oder Ju-do (jap. „sanfter/flexibler Weg“) gibt es viele Wege in den japanischen Künsten, erklärt Dr. Wolfgang Rau. Zum Beispiel gehören auch Ikebana – der „Weg der Blumen“ dazu, oder die Papierfaltkunst Origami, ebenso die Teezeremonie, Kalligraphie, Dichtkunst und Musik. Wie schnell jemand im Erlernen der Grundtechniken einer Kampfkunst vorankommt, hängt von Trainingsfleiß und sportlicher Begabung ab. Im Schnitt erlangen Schüler etwa einen Grad pro Jahr und schließen den Grundtechnikenerwerb im Bereich der Schülergrade vom Weißgurt bis zum Braungurt in etwa 10 Jahren ab. Auch im Schwarzgurt- bzw. dem Meisterbereich gibt es noch weitere Graduierungen vom ersten bis zum zehnten „Dan“. Erlangt ein Kampfkünstler den ersten Schwarzgurt, bezeichnet man ihn als den „Suchenden nach dem Weg“. Beim Schwarzgurt beginnt der Weg also erst, lächelt Dr. Wolfgang Rau. „Es hört somit nie auf, spannend zu bleiben. Das ist auch der Grund, weshalb ich noch dabei bin. Man lernt immer dazu. Keiner kann von sich sagen, er wisse oder könne alles. „Sensei“, was oft mit „Lehrer“ übersetzt wird, ist im Grunde „derjenige, der auf dem Weg vorangeht“. So erklärt sich auch der gegenseitige Respekt zwischen Lehrern und Schülern. „Für mich persönlich ist Kampfkunst ein Lebensweg,“ sagt Dr. Wolfgang Rau. „Und es ist nie zu spät damit anzufangen.“ Dr. Wolfgang Rau » INFO Das Training der hsb Budoabteilung findet montags bis freitags im Voith-Sportzentrum des hsb 1846 e. V. in der Wilhelmstraße 198, 89518 Heidenheim statt. Zu den aktuellen Coronaregelungen bitte die Aktualisierungen auf der Homepage beachten. Die Geschäftsstelle ist derzeit montags 8.30-12 Uhr, 14-17 Uhr und donnerstags 8.30-12 Uhr, 15-18 Uhr geöffnet. Kontakt: Tel. 07321-22660. E-Mail: geschaeftsstelle@hsb1846. de. Info: www.hsb1846.de

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