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WZ_18.04.2020

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SamStag, 18. April 2020

SamStag, 18. April 2020 SamStag, 12. Oktober 2019 142 Hanns-Voith-Stiftung spendet für die eingerichtete Covid 19 Notfallstation im CC Sauerstoffversorgungsaggregat Exklusivinterview mit Dr. Michael Rogowski Maike Wagner-Dittrich mit Michael Rogowski für die Wochenzeitung im Gespräch Durch die schnelle Ausbreitung des neuartigen Coronavirus gibt es weltweit erhebliche Lieferengpässe bei der medizinischen Ausrüstung. Ebenso drohen aufgrund der Mehrkosten für zusätzliche Intensivbetten oder Schutzausrüstungen finanzielle Engpässe. Diese Entwicklung betreffen Gesundheitseinrichtungen wie Arztpraxen und Krankenhäuser bundesweit – so auch das Heidenheimer Klinikum. Aufgrund einer getroffenen Vereinbarung zwischen dem Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim, Bernhard Ilg, dem Landrat des Kreises Heidenheim, Peter Polta, dem Vorsitzenden der Konzerngeschäftsführung der Voith Group, Dr. Toralf Haag, und dem Beiratsvorsitzenden der Hanns- Voith-Stiftung, Dr. Michael Rogowski, konnte die Beschaffung eines dringend benötigten stationären Versorgungsaggregats für Sauerstoffabgaben auf den Weg gebracht werden. Mit dem neuen Gerät können 84 Betten mit Sauerstoff versorgt werden. Statement von Dr. Michael Rogowski Wir wollen keine Geisterstädte, wie wir sie aus den USA kennen. Wir wollen Leben in den Straßen. Dazu brauchen wir den Einzelhandel, die Gastronomie, die „Hockedse“, das Kino, die Museen, die Opernfestspiele, den Sport usw. . Mögen sie uns erhalten bleiben und bald wieder erfreuen dürfen. Sie alle sind nämlich auch Teil unserer Gesundheit. Dr. Michael Rogowski, Vorsitzender der Hanns-Voith-Stiftung Foto: Maike Wagner Dr. Michael Rogowski, beantwortet meine Fragen. » Herr Dr. Rogowski es wurde dieser Tage publik, dass die Firma Voith und die Hanns-Voith- Stiftung gemeinsam die Finanzierung der Sauerstoffversorgung für die „Notfallstation“ für Covid -19 Patienten im Kongresszentrum (CC) in Heidenheim übernehmen werden. Wie kam es dazu, Herr Rogowski Die aktuelle Situation und die Empfehlungen der Politik, die Zeit vorwiegend zuhause zu verbringen, führt bei mir u.a. dazu, dass ich die Zeitungen, und natürlich insbesondere auch die Heidenheimer Zeitung, besonders aufmerksam lese. So auch den Bericht, dass Landrat Polta und OB Ilg beschlossen hatten, die im Kreiskrankenhaus verfügbare begrenzte Kapazität an Betten für an Corona erkrankte Patienten durch eine Notfallstation außerhalb des Kreiskrankenhauses zu erweitern.

SAMSTAG, SamStag, 12. 18. Oktober April 2020 2019 152 » Und dann? Dann rief ich den OB an und wollte zunächst ganz allgemein wissen, ob die Hanns-Voith- Stiftung, deren Beiratsvorsitzender ich bin, in dieser schwierigen Situation außerhalb ihres für 2020 beschlossenen Spendenprogramms, zusätzlich etwas tun könne. Nachdem sich der OB mit dem Landrat abgestimmt hatte, kam sehr schnell die Rückmeldung, die Hilfe bei der Finanzierung der Sauerstoffversorgung für die Notfallstation wäre höchst willkommen. Dann wandte ich mich an den Vorstandsvorsitzenden von Voith, Herrn Dr. Haag sowie an die Voith Gesellschafter und bekam spontan die Zusage, dass Voith und die Hans-Voith-Stiftung die Sauerstoffversorgungsanlage zu 100% finanzieren werden. » Worum geht es dabei genau? Niemand weiß genau, was dieses Virus noch alles mit uns vorhat und vor einigen Wochen wusste man noch weniger. Es war daher m.E. eine sehr kluge Entscheidung des Landrates und des OB, die große Fläche im Foyer des CC zu nutzen, um 84 Versorgungsplätze mit Betten und Sauerstoffversorgung zu schaffen, um nach bestem Ermessen für den Notfall gerüstet zu sein. Die Sauerstoffversorgung erfolgt über eine, ich nenne es, zentrale Sauerstoffproduktionsanlage außerhalb des CC und die Zuführung des Sauerstoffs zu den Patientenbetten und den Masken über ein extra dafür verlegtes Leitungssystem, also eine ziemlich aufwändige Sache. » Können und wollen Sie verraten, wie teuer diese Anlage ist? Die Sauerstoffversorgung alleine kostet zwischen 70 und 75.000 Euro; sehr teuer also, aber auch sehr hilfreich, in manchen Fällen vielleicht sogar lebensrettend. » Ist die Versorgungsstation im CC schon einsatzbereit? Meines Wissens schon seit über einer Woche, wobei wir natürlich alle hoffen, dass sie gar nicht zum Einsatz kommen muss. Meine diesbezügliche Hoffnung beruht auf der Tatsache, dass die Zahl der neu Infizierten weiter rückläufig ist und die Zahl der Sterbefälle ebenfalls. Aber man weiß ja nie. Jedenfalls zolle ich Landrat Polta und OB Ilg für Ihr entschlossenes Handeln aller größten Respekt. Dank der Kreisärzteschaft Dr. Michael Rogowski und Dr. Toralf Haag bei der Übergabe Über die Voith Group Die Voith Group ist ein weltweit agierender Technologiekonzern. Mit seinem breiten Spektrum von Anlagen, Produkten, Serviceleistungen und digitalen Anwendungen setzt Voith Maßstäbe in den Märkten für Energie, Öl & Gas, Papier, Rohstoffe Foto. Voith und Transport & Automotive. Gegründet 1867, erzielt der Konzern heute mit mehr als 19.000 Mitarbeitern 4,3 Milliarden Euro Umsatz. Mit Standorten in über 60 Ländern der Welt ist es eines der großen Familienunternehmen Europas. Über die Hanns-Voith-Stiftung Seit mehr als 65 Jahren engagiert sich die Hanns-Voith-Stiftung insbesondere für die Verbesserung von Zukunftschancen junger Menschen. Im Jahr 1953 anlässlich des 40-jährigen Arbeitsjubiläums des damaligen Unternehmenslenkers Hanns Voith gegründet und auf Stipendien für Studierende der Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften ausgerichtet, fördert die Hanns-Voith-Stiftung inzwischen eine Vielzahl an regionalen und überregionalen Initiativen und leistet finanzielle Unterstützung für zahlreiche Projekte agner Vergangene Woche hat die Dr. Sandfort die Covid-Station im CC angesehen. Erstaunlich was da in den vergangenen 3 Wochen organisiert wurde, so Sandfort. Nicht nur baulich, sondern auch organisatorisch. Sehr viele Details, um eine notfallmässige, stationäre Versorgung zu organisieren wurden berücksichtigt. Landkreis, Stadt und Feuerwehr haben sehr gut und effektiv zusammengearbeitet. Das dringendste Thema der medizinischen Versorgung bei Covid –Pneumonien, die Sauerstofftherapie, erfordert einen sehr großen Aufwand. Auch das wurde für alle Notbetten innerhalb kurzer Zeit ganz hervorragend und professionell eingebaut. So wie ich informiert bin, haben Sie gemeinsam mit der Firma Voith einerseits den richtigen Blick für die Notwendigkeit und den Bedarf gesehen und andererseits die entsprechenden Mittel hierfür zur Verfügung gestellt. Im Namen der Kreisärzteschaft bedankte sich Sandfort für Ihre großzügige Unterstützung hierbei. „Hoffen wir auf eine wirksame Therapie für die schwer Erkrankten, auf die wissenschaftliche Zusammenarbeit und auf eine baldige Impfung.“ » Wie verbringen Sie und Ihre Frau sowie Ihre Familien diese Zeit und wie soll es Ihres Erachtens weitergehen? Wir sind froh sagen zu können, dass die Familie gesund ist und man selbst auch und darüber hinaus zu wissen, dass das auch für unsere Freunde und deren Familien weitgehend zutrifft. Wir bemühen uns, vor Ort im Kleinen da und dort ein wenig zu helfen. Wir denken an unsere Enkeltochter Lilith, die in Berlin Medizin studiert und an der Charité in der Abteilung für Corona-Patienten aushilft. Ich bekenne aber auch, dass ich die Einschränkungen der Freiheit als herausfordernd empfinde und hoffe, dass wir sehr bald Schritt für Schritt zur Normalität zurückkehren können und werden. Als Mann der Wirtschaft füge ich hinzu: es darf nicht sein, dass wir am Ende sagen müssen, Operationen zwar gelungen, aber Patienten dennoch tot. Herr Rogowski, ich danke Ihnen für dieses Interview

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