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WZ 12.06.2021

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222 SamStag, 12. Juni 2021 SAMSTAG, 12. Oktober 2019 2 HEIDENHEIM – Sport in Stadt und Kreis Kanusport auf der Brenz Das aktuelle Befahr-Verbot trifft auch den Heidenheimer Kanusport Sportkreispräsident Klaus-Dieter Marx Foto: Daniela Stängle WZ: Was genau bedeutet der Wegfall der Nutzungsmöglichkeit Eselsburger Tal für den Verein? Hartmut Uhl: Insbesondere für Familien ist das Frühlingspaddeln durchs „Täle“ jährlich ein wichtiger teambildender Höhepunkt unter den Vereinsaktivitäten. Eltern und Kinder gemeinsam in einem Boot, eine Grillpause am Bindstein – das stärkt die Gemeinschaft. Die Keimzelle einer erfolgreichen Vereinsarbeit stellen Familie und Jugendgruppe. Es werden die Grundsteine für die weitere Entwicklung gelegt. Daher gilt es Vereine und Ehrenamt zu unterstützen, auch den abseits der großen Kanureviere gelegenen Faltbootclub Heidenheim. Bereits junge Kanuten lernen im Faltbootclub den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Seit fast 90 Jahren ist eine Befahrung des nahegelegenen Eselsburger Tals für die Heidenheimer Kanuten vom Faltbootclub Heidenheim e.V. ein herausragendes Naturerlebnis. Zum einen, um bei der jungen Generation das Bewusstsein für die schützenswerte Umwelt zu fördern. Doch für den Kanusport ist die Nutzung der Brenz im Eselsburger Tal von noch tiefgreifenderer Bedeutung, als auf den ersten Blick ersichtlich sein mag. „Der teambildende Gemeinschaftsaspekt ist ein entscheidender Faktor im Kanusport. Denn das eigene Leben ist wie beispielsweise im Klettersport vom Teamkameraden abhängig und umgekehrt. Kanusportler müssen sich hundertprozentig aufeinander verlassen können. Kanusport ist Charakterschulung der höchsten Potenz. Vertrauen und Hilfsbereitschaft sind wichtige Charaktervoraussetzungen, die gerade bei Teambuildingmaßnahmen wie Kanufahrten auf der Brenz mitentstehen,“ erklärt Vereinsvorsitzender Hartmut Uhl. WZ: Herr Uhl, wie beurteilen Sie als Kanusportler die Brenz als Trainingsfluss? Hartmut Uhl: Obwohl die Brenz selbst für uns Kanusportler technisch keine Herausforderung für das Wettkampftraining darstellt, können die Heidenheimer seit vielen Jahren auch sportlich eine erfolgreiche Vereinsarbeit vorweisen: 33.000 km wurden beispielsweise von Brigitte und Günter Meyer auf unzähligen Flüssen in Europa und Nordamerika erpaddelt. Auf der Brenz trainieren wir Kraft, Ausdauer, Slalom und technische Fertigkeiten im wöchentlichen Jugendtraining. Die Leistungsgruppe von Stefan Lanzinger trainiert zusätzlich an drei Tagen pro Woche im Eiskanal in Augsburg und fährt an Wochenenden zu Wildwasser-geeigneten Flüssen in Süddeutschland oder in Frankreich. Frage_5: Herr Uhl, welche Disziplinen im Kanusport werden im Faltbootclub Heidenheim ausgeübt? Hartmut Uhl_5: Der Faltbootclub beherbergt vier Kanugruppen. 1. Die Flachwassersportgruppe mit Kanuwandern. Tagesetappen von bis zu 30 Kilometer stehen auf dem Programm, ebenso das Natur- und Kulturerleben an Wochenenden. 2. Die zweite Gruppe unternimmt Langstreckentouren auf strömenden oder stehenden Gewässern. Die Sportler setzen sich ein selbstgewähltes Ziel zwischen etwa 30 und 80 Kilometern pro Tag. Dabei kann zwischen unterschiedlich anspruchsvollen Etappen und Etappenlängen gewählt werden. Beim Kanusport auf Seen und Meeren wie dem Bodensee oder den Boddengewässern in der Nord- oder Ostsee wird dabei genau auf die Wetterlage geachtet. 3. Die Wildwassergruppe 1 (Schwierigkeitsgrad 2 bis 6 als Grenze des Befahrbaren) fungiert als Breitensport-Gruppe für Aufbausportler

232 SAMSTAG, SamStag, 12. Oktober 12. Juni 2021 2019 2 HEIDENHEIM – Sport in Stadt und Kreis In der Wildwassergruppe wird im Faltbootclub intensiver Leistungssport betrieben. mit dem Trainingsstand bis Schwierigkeitsgrad 4. 4. Wildwassergruppe 2 (Schwierigkeitsgrad ab 4) betreibt Kanufahren als Leistungssport: Ständige Trainingspraxis zeichnet diese Gruppe aus. 5. Darüber hinaus gibt es unsere Kanujugend ab sechs Jahren. Grundtechniken wie Grundschlag, Rückwärtsschlag, Bodenschlag, diverse Ziehschlägen und Schlagkombinationen, Paddelstütze, Eskimorolle werden erlernt. WZ: Inwiefern engagiert sich der Faltbootclub im sozialen und integrativen Bereich? Hartmut Uhl: Wichtig für den Verein ist das soziale Engagement auf vielen Ebenen: Wir pflegen dauerhafte Kooperationen zwischen Schule und Verein mit der Pistorius-Schule (seit 1994), mit der Eugen-Gaus-Realschule Heidenheim, mit der Christophorus-Schule, mit der Lebenshilfe Heidenheim, der Realschule Gerstetten und dem Gymnasium Oberkochen. Bei Sport- und Projekttagen füllen wir die Schulkooperationen mit Leben. Wir veranstalten Aktionstage mit kirchlichen Gruppen, anderen Vereinen und gestalten Ferienprogramme auf Gemeindeebene. Jährlich werden rund 200 Kinder und Jugendliche bei einem Kanu-Tag betreut und in den Grundlagen geschult. Bei der Lichternacht der Landesgartenschau 2006 beteiligte sich der Faltbootclub Heidenheim mit Vorführungen und 25 illuminierten Kajaks und Canadiern auf der Brenz im Bereich Brenzpark. Viele unserer Mitglieder verbinden mit Kanuwandern oder dem Fotos: Faltbootclub Heidenheim e.V. Befahren mittelschwerer Wildflüsse Sport, Naturerleben und Kultur in erbaulicher Weise. WZ: Was würden Sie Entscheidungsträgern an Änderungen zur bestehenden Lage vorschlagen? – Nachdem bekannt wurde, dass sich die touristischen Einschränkungen auch gravierend auf den Kanusport auswirken, wurde Ihnen Gesprächsbereitschaft signalisiert. Hartmut Uhl: Für uns vom Faltbootclub und den anderen Vereinen des DKV / KVBW war die Befahrungsbeschränkung des Eselsburger Tals ein schwerer Schlag: Über drei Monate, vom 01.04. bis 15.07., gilt eine Vollsperrung während der besten Kanuzeit. Weitere zweieinhalb Monate bis 30.09. ist die Brenz nur von Montag bis Freitag befahrbar. Auch für uns. Obwohl die Mitglieder des Faltbootclubs für keine der benannten Ursachen verantwortlich waren. Wir fühlen uns als verantwortungsbewusste Kanusportler durch die Entscheidungen mit rücksichtslosen Partytouristen gleichgestellt. Entscheidungsträgern möchten wir gerne Verhältnismäßigkeit und Differenzierung vorschlagen. Weiterhin bitten wir um die Unterstützung der Kanuvereine seitens der zuständigen Behörden und in der öffentlichen Kommunikation des Themas. WZ: Herr Uhl, vielen Dank für das Gespräch.

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