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WZ 05.06.2021

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142 SAMSTAG, SamStag,

142 SAMSTAG, SamStag, 12. Oktober 5. Juni 2021 2019 2 HEIDENHEIM – Sport in Stadt und Kreis OB Kandidat Michael Salomo im Interview Bei seinen Wahlkampfbesuchen trifft OB Kandidat Salomo den Sportkreispräsidenten. Sportkreispräsident Klaus-Dieter Marx Foto: Daniela Stängle Salomo (lacht): Ja, wer vermutet hier mitten in Deutschland schon Vereine wie einen „Marineverein“, einen „Faltbootclub“. Ich habe mich auch gefragt, wie z.B. Sportarten wie Rasenkraftsport, Fechten und Baseball gerade hier in Heidenheim einen nationalen und internationalen Stellenwert erreicht haben. Marx: Rund 17.000 Sportlern sind bei uns in den Sportvereinen der Stadt organisiert. Als Vertreter des Sportkreises bin ich schon ein wenig stolz auf das gesamte Angebot. (v.r.n.l.:) Maike Wagner, Klaus-Dieter Marx und BM Michael Salomo im Gespräch über die Rolle der Vereine. Foto: Daniela Stängle, Fotos re. Seite: Maike Wagner-Dittrich Sportkreispräsident Klaus-Dieter Marx und Maike Wagner befragen Michael Salomo zu seinen Plänen für die aktuelle Situation der Vereine in Heidenheim Um das Leben und Weben in der Stadt Heidenheim besser kennenzulernen, hat OB Kandidat Michael Salomo während seines Wahlkampfes unzählige Heidenheimer Vereine besucht. Sportkreispräsident Klaus- Dieter Marx nahm die rege Besuchsaktivität Salomos wahr, was am Samstag, 29. Mai in einem gemeinsamen Interview beim Faltbootclub Heidenheim mit der WochenZeitung mündete... Klaus-Dieter Marx: Herr Salomo, zunächst ein herzliches Dankeschön für Ihre Neugierde an dem großen und vielfältigen Angebot unserer Sportvereine in Stadt und Landkreis Heidenheim! Um möglichst viele sportbegeisterte Menschen zu erreichen, habe ich gerne Ihre Idee eines Interviews aufgriffen und hierfür die Zusammenarbeit mit der WochenZeitung erbeten. Michael Salomo: Also, ich muss schon sagen, Heidenheim als Sportstadt war mir schon zu Beginn meiner Kandidaturentscheidung ein Begriff. Aber was ich Stand heute bei meinen Streifzügen durch die Stadt und die einzelnen Ortsteile erlebt habe, das hat mich doch mehr als überrascht und mich stark beeindruckt. Besonders auch die kleineren Vereine freuten sich über die Aufmerksamkeit. Ein Gleichgewicht in der Beachtung der vielen unterschiedlichen Sportvereine, Vereine und aller Blaulichtorganisationen ist mir wichtig. Maike Wagner: Einige größere Vereine besitzen durch ihre überregionale Strahlkraft einen sehr hohen Stellenwert für Heidenheim. Die Kunst besteht darin, die Vielseitigkeit der fast 35 Sportvereine gleichermaßen zu sehen, beispielsweise den Seniorensport oder integrative Sportangebote. Nur weil man das eine tut, muss man das andere ja nicht lassen. Marx: Herr Salomo, beleuchten wir einmal Ihren persönlichen Bezug zum Sport: Wie halten Sie es als Privatperson mit sportlichen Aktivitäten? Salomo: Wenn ich selbst Sport treibe, fahre ich entweder eine längere Runde Inliner bei Leutkirch oder schwimme sehr gerne. Zur Entspannung nach einem stressigen Arbeitstag gehe ich gerne auch einmal in die Sauna –bisher in der Badewelt Sinsheim. Zu meinem persönlichen Abendprogramm gehört regelmäßig eine 15-minütige Meditation. Früher bin ich oft Ski gefahren, da mein Opa Skilehrer war. Marx: Gibt es favorisierte Sportarten, die Sie sich im TV ansehen? Salomo: Sport übe ich lieber selbst aus, Sportprogramme anzusehen gehört nicht zu meinen Freizeitaktivitäten. Marx: Herr Salomo, Sie haben ja bereits aus eigenem Erleben hier in Heidenheim das sportliche Angebot in weiten Teilen kennengelernt. Wie sehen Sie als OB-Kandidat die Bedeutung eines breiten Sportangebots für das gesellschaftliche Leben, ein gutes Miteinander? Salomo: Eine der wichtigsten Aufgaben von Sportvereinen und Vereinen im allgemeinen besteht in ihrer verbindenden, integrierenden Funktion. Dabei spielt es keine Rolle, ob Zugezogene aus einer anderen Stadt oder einem anderen Land über die Vereinsstrukturen eine neue Heimat finden. Man lernt die neue Umgebung kennen. Nebenbei fördern Vereine in ihrer pädagogischen Funktion auch das Verantwortungsbewusstsein und ein Gespür für gemeinsame Regeln. Marx: Pädagogisch bereiten wir die jungen Menschen in den Sportvereinen auf das Leben vor. Man lernt mit Gewinnen und Verlieren umzugehen, lernt sich zu beschäftigen. Kinder und Jugendliche leiden leider immer mehr an Minderwertigkeitskomplexen. Die Aufgabe sehe ich hier ganz klar bei den Sportvereinen, auch der gesellschaftliche Umgang wird gelernt. Hartmut Uhl (Vorsitzender Faltbootclub Heidenheim mittleres Foto, re. Seite): Wichtig finde ich auch, das Bewusstsein zu vermitteln, dass man sich gegenseitig hilft. Beim Kajakfahren zum Beispiel muss man mindestens zu zweit sein, denn, wenn man dabei umkippt, kann man sich nicht alleine retten, braucht eine zweite Person. Marx: Darf da spontan einhaken, Herr Salomo, welche besonderen Sportarten sind Ihnen in Heidenheim aufgefallen? Salomo: Mein Eindruck, die Summe und Vielfalt des Angebots, ist die Basis für „Die Sportstadt Heidenheim“. Besonders beeindruckt hat mich neben den eben schon erwähnten besonderen Sportangeboten auch die Klasse und das gute Niveau der Handballer, der Basketballer, der Kunstradfahrer, in der Sportakrobatik, der Turnsport in der Bundesliga. Jetzt bewege ich auf einem schmalen Grad, ich will ja keine Sportart vergessen. Ehrlich gesagt, ich bin einfach beeindruckt. Dazu gehört auch das sehr gute Angebot im Gesundheitsbereich, die zahlreichen Angebote und Kooperationen mit Kindergärten und Schulen. Wagner: Herr Salomo, darf ich da einmal einhaken. Persönlich fühle ich mich dem Sport sehr verbunden. Vor einigen Jahren war ich einmal Deutsche Meisterin in Kiel im Radfahren, einmal wurde ich Sechste. Marx: Mir fällt auf, dass gerade in den vergangenen Monaten der Sport in seiner Gesamtheit keine öffentlichen Fürsprecher und Unterstützer hatte, bei mir kam irgendwie der Begriff „Abstellgleis“ auf. Was bedeutet dieser quasi Stillstand für Sie als möglicher OB von Heidenheim? Salomo: Für mich bedeutet das, die Stadt kann Gelder und vorhandene Hallen und Raum zur Verfügung stellen, die Vereine sehe ich als zentrale Instanzen dafür, dass das Leben nach einer Zeit öffentlicher Einschränkungen wieder in Schwung kommt. Das ehrenamtliche Engagement, ist das Feuer, das in den Vereinsmitgliedern brennt und genau die Inhalte transportiert, die unsere Gesellschaft ausmachen. Dieses Verdienst kann eine Verwaltung nicht leisten.

152 SAMSTAG, SamStag, 12. Oktober 5. Juni 2021 2019 2 HEIDENHEIM – Sport in Stadt und Kreis Wagner: An dieser Stelle beginnt es aus meiner Sicht, dass Gesellschaft getrennt wird, wenn beispielsweise standesamtliche Nachrichten nicht mehr veröffentlicht werden. Der Weg zueinander wird erschwert, wenn Bürger über wichtige Lebensereignisse nicht mehr nach außen kommuniziert werden. Mir ist das Persönliche wichtig. Marx: Auch im Sport dürfen wir nicht mehr alle Ehrungen veröffentlichen. Das gefährdet das wertschätzende, familiäre Leben im Verein. - Der Sport und die Vereine müssen jetzt insgesamt wieder Fuß fassen, die brisanten Themen Finanzen, Mitgliederschwund, Nachwuchs im Leistungsbereich, Sportstätten verlangen nach intensiver Aufmerksamkeit, nicht irgendwann, sondern jetzt. Salomo: Das habe ich bei meinen Besuchen so kommuniziert. Es braucht jetzt tatsächlich mehr, als nur einen Schalter umzulegen. Viele Vereine haben seit eineinhalb Jahren keinen Mitgliederzuwachs verzeichnen können. Senioren, die nach dieser Zeit wieder einsteigen möchten, wagen den Schritt oft nicht mehr zurück in den Sport. Manche haben durch Kurzarbeit weniger Finanzen zur Verfügung oder ziehen sich zurück, weil ihr Verein nach außen hin gerade keine Leistung zu bringen scheint. Diese Themen beschäf- tigen im Moment die gesamte Vereinslandschaft. Als OB von Heidenheim werde ich mich intensiv einbringen, die Jugendarbeit in den Vereinen zu fördern, den Vereinen sowohl organisatorisch als auch monetär Unterstüt- zung bieten, um das Vereinsleben wieder in Gang zu bringen. Marx: Dabei ist es wichtig, in enger Kooperation mit den Vereinen individuell und bedarfsgerecht unterstützend zu wirken. Salomo: In der 5.000 Einwohner großen Gemeinde Haßmersheim haben wir für Vereine vergangenes Jahr insgesamt 30.000 Euro zur Verfügung gestellt, bei einer Förderquote von bis zu 50 Prozent. Marx: Der Vereinssport hat sich stets als selbständiger Partner der Kommune verstanden. Der Sport konnte und kann seine Aufgaben und Ziele nur gemeinsam mit der Stadt, der Rathausspitze, dem Gemeinderat und der Verwaltung realisieren. Salomo: Dessen bin ich mir voll bewusst. Das wird auch eine Maxime meines Wirkens sein, offene Ohren und auch Türen für den gesamten Sport und die Vereinswelt allgemein. Aufgaben und Ziele definieren und gemeinsam umsetzen. Mein Ziel ist es, gemeinsamen mit allen gesellschaftlichen Kreisen, Bürgerinnen und Bürgern, unsere Stadt Heidenheim auf dem Weg zu einer liebensund lebenswerten Stadt weiter voran zu bringen. Wagner: Herr Salomo, bei Ihren Erkundungstouren kreuz und quer durch Ihre angestrebte Wirkungsregion sind mir im Netz zwei Dinge besonders aufgefallen. Da war einmal das Probetraining bei den Heidenheimer „Heideköpfen“ und ihr kurzes Gitarrenkonzert mit unserem Ausnahmemusiker Siggi Schwarz. Ist das der Start in eine Karriere bei den Baseballer und die Vorbereitung auf einen ersten Auftritt beim nächsten Brenzpark-Festival? Salomo: Mit dem Wörtchen „nie“ gehe ich eher sparsam um. In dieser Sache halte ich mich lieber an den Spruch „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Gleichwohl wünsche ich mir Zeit für einen Ausgleich zum Beruf, Gitarre und Klavier sind da gut geeignet. Und vorstellen kann ich mir auch, als Zuschauer ein Handballspiel zwischen der TSG Schnaitheim und dem hsb zu verfolgen, dem Vernehmen nach sportlich und emotional erlebenswert. Marx: In einem Gespräch habe ich mitbekommen, dass Sie im Juni einen Auftritt im Europarat im Kongress der Gemeinden und Regionen in Straßburg haben. Um was geht es da konkret? Salomo: Im Europarat werde ich im Juni ein Referat halten zum Thema: „Was die Städte und Kommunen in Europa nach der Coronapandemie brauchen“. Aus meiner Sicht kommt der Unterstützung der Vereine dabei eine maßgebliche Rolle zu. Das wird ein Bestandteil der Rede. Als jüngster Bürgermeister der Bundesrepublik Deutschland konnte ich bereits zuvor im Europarat sprechen, auch einmal im Weltforum für Demokra- tie. Diesmal bin ich in meiner Funktion als Bürgermeister und als Sprecher des Netzwerkes junger Bürgermeister eingeladen. Marx/Wagner: Herr Salomo, wir danken Ihnen herzlich für dieses Gespräch.

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