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NW_21.10.2020

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neuewoche. Mittwoch, 21.

neuewoche. Mittwoch, 21. Oktober 2020 10 Jede Blüte zählt BLÜTEN Im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon: Mit Pflanzen kann man ohne großen Aufwand für mehr Biodiversität sorgen. Wie gut, dass nun die ideale Pflanzzeit für eine Vielzahl für wertvolle Pflanzen beginnt. Mit ihnen lässt sich im Garten – aber auch auf der Terrasse, auf dem Balkon und auf Gräbern – für mehr Biodiversität sorgen; schon der kleinste Beitrag zählt. Dabei ist es Insekten, Kleinsäugern und Vögeln egal, ob der Pflanzenmix kunterbunt, exotisch oder elegant ist. Hauptsache, sie finden vom Vorfrühling bis in den Herbst einen reich gedeckten Tisch vor. Ein insektenfreundliches Beet muss nicht unbedingt wild aussehen, eine hochwertige Pflanzung kann ebenso wertvoll für die Umwelt sein wie eine Wildblumenwiese. Pflanzen aus dem Fachhandel sehen nicht nur gut aus, sie überzeugen auch mit inneren Werten. Durch die richtige Auswahl an insektenfreundlichen Gewächsen lässt sich die Schönheit der Blüten mit dem Nutzen für die Artenvielfalt verbinden. Dank mehrjähriger Stauden und Gehölzen ge- lingt dies auch nachhaltig: Einmal richtig angepflanzt, werden winterharte Stauden und Gehölze bei guter Pflege immer schöner, üppiger und wertvoller. Hummeln, Schmetterlinge & Co. haben als wertvolle Blütenbestäuber unsere Unterstützung nötig. Das Nahrungsangebot für die Nektar- und Pollensammler ist in den vergangenen Jahrzehnten immer kleiner und einseitiger geworden – unter anderem durch großflächige Acker-Monokulturen, intensiv gedüngte Wiesen und Weiden sowie den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Als Folge stehen mittlerweile viele Blüten bestäubende Insekten auf der roten Liste der bedrohten Arten. Es ist also wichtiger denn je, in unseren Gärten Nahrung und Lebensraum anzubieten. Hier kann jeder einzelne einen Beitrag leisten, mit Nisthilfen und Insektenhotels allein ist es jedoch nicht getan. Viel wichtiger ist ein vielfältiges Nahrungsangebot über die gesamte Saison hinweg. Mit einer Kombination aus insektenfreundlichen Zwiebelpflanzen, Stauden, Sommerblumen und Gehölzen lassen sich auch auf kleinstem Raum attraktive Pflanzungen schaffen. Wichtig: Die Pflanzen sollten unter- Foto: Hannes Petrischak schiedliche Blütezeiten haben. Dafür braucht es nicht viel Platz – auch Pflanzkübel, Töpfe oder Blumenkästen auf der Terrasse und dem Balkon sind bereits ein wertvoller Beitrag. Auch Gräber lassen sich naturnah und gleichzeitig ansprechend bepflanzen. Wegen der großen Fülle an Pflanzen hilft es, bei der Auswahl auf Gärtnerwissen zu setzen, denn je besser die Pflanzen zum Standort passen, desto geringer ist der Pflege- und Bewässerungsaufwand und desto höher die Lebenserwartung. So gibt es echte Überlebenskünstler, die nicht nur toll aussehen, sondern auch lange Trockenheitsphasen und hohe Temperaturen im Sommer vertragen und zudem der Insektenwelt wertvolle Nahrung liefern. Eine weitere positive Folge: auch kleine Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien fühlen sich in einer lebendigen Umgebung wohl. VIELFÄLTIGE BLÜTENPRACHT: Ökologisch wertvolle Pflanzen vom Gärtner bieten den verschiedensten Tierarten Nahrung, Brutplätze und Rückzugsorte. Im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon kann jeder etwas gegen den Rückgang der Artenvielfalt tun. Fotos: GMH

neuewoche. Mittwoch, 21. Oktober 2020 11 Es spricht also viel dafür, etwas für den Rückgang der Artenvielfalt zu tun und jetzt Stauden und Gehölze für mehr Biodiversität zu pflanzen. Ungefüllte Blüten sind besonders wertvoll für die Tierwelt. Wer die Biodiversität fördern will, sollte zudem Pflanzen mit viel Nektar und Pollen wählen. Auch Sorten, die früher oder später als die meisten anderen Pflanzen blühen, helfen. So sind Krokusse (Crocus) und Blausternchen (Scilla) für Hummeln wertvolle erste Futterpflanzen im Frühjahr.; die Zwiebeln werden ab September in die Erde gesteckt. Jetzt ist auch Pflanzzeit für Stauden. Zu den Nährpflanzen für Bienen zählen Sonnenbraut (Helenium), Duftnessel (Agastache) und Katzenminze (Nepeta). Tagfalter stehen unter anderem auf die Blüten von Fetthenne (Sedum) und Sommerflieder (Buddleja). Besonders lila Blüten ziehen Kleinen Fuchs, Schwalbenschwanz und Tagpfauenauge magisch an. Ein Leckerbissen für Singvögel sind neben den Samen der Sonnenblume (Helianthus) auch die der Kugeldistel (Echinops). Als vogelfreundliche Sträucher bieten sich unter anderem Weißdorn (Crataegus) und Pfaffenhütchen (Euonymus) an. Weitere wertvolle Zwiebelpflanzen, Stauden und Gehölze sowie fachkundige Beratung gibt es jetzt im Gartenfachhandel. GMH Foto: Helge May Foto: Fluwel

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