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Garten_April

Im Schatten blühen die schönsten Blüten Mit den passenden Pflanzen werden ungeliebte Schattenecken zu attraktiven Blickfängen. Selbst für den trockenen Schatten finden sich optisch ansprechende Problemlöser Schatten ist nicht gleich Schatten. Da gibt es zum Beispiel den lichten Schatten unterm Kirschbaum, wo uns blühende Wald-Glockenblumen und Breitblatt-Phlox heiße Sommertage versüßen und später im Jahr Herbst- Anemonen und Eisenhut leuchten. Oder das geheimnisvolle Halbdunkel altehrwürdiger Baumbestände, wo Salomonssiegel und Schaublatt im Team mit Farnen, Funkien und Ziergräsern faszinierende Pflanzenkulissen schaffen. Und dann ist da noch der trockene Schatten. Die wirklich dunkle Seite der Macht sozusagen, die sich scheinbar jedem Versuch, ihr Leben einzuhauchen, widersetzt und gefühlt überall lauert: Im Schlagschatten des Nachbarhauses. Im Vorgarten, wo die TAUDEN hohe Hecke den Regen ein wenig zu erfolgreich abhält. Unter flachwurzelnden Gehölzen wie Birken, Ahorn und Nadelbäumen. Spezialisten für den trockenen Schatten „Vor allem Fichten sind knallhart, unter ihnen kann man höchstens noch Wald-Sauerklee anpflanzen. Ich rate daher in der explizit davon ab, zu viele Nadelgehölze in den Garten zu pflanzen“, sagt Cornelia Pacalaj von der gartenbaulichen Lehr- und Versuchsanstalt in Erfurt. Für nahezu alle anderen Fälle hat sie jedoch gute Nachrichten: Selbst im trockenen Schatten und unter flachwurzelnden Laubgehölzen lassen sich abwechslungsreiche Staudenpflanzungen anlegen. Die Gartenbau-Ingenieurin hat diverse Staudenmodule für den Schatten mitentwickelt und kennt die breite Palette geeigneter Stauden. „Eine schöne Blütenstaude ist zum Beispiel das Zottige Silberglöckchen. Bei ihm erscheinen die namensgebenden Blüten von September bis November über dem auffälligen limettengrünen, im Winter dann orangerot verfärbten Laub. Da es einen feinen Flaum als Weder Wurzeldruck noch Trockenheit können das Frühlings- Vergissmeinnicht (Omphalodes verna) schrecken, solange der Boden im Frühling feucht genug ist. Foto: GMH/Bettina Banse Verdunstungsschutz besitzt, verträgt es sommerliche Trockenphasen recht gut. Äußerst robust und trockenheitsresistent ist auch der Knotige Storchschnabel, der über dem glänzenden Laub selbst im trockenen Schatten von Mai bis zum Frost rosaviolett blüht.“ Formvollendete Ästhetik auch im Schatten Das himmelblau blühende Kaukasusvergissmeinnicht ist ebenfalls ein echter Schattenstar. Die dekorativen Blüten sind allerdings eher ein netter Nebeneffekt. „Was die Blicke viel mehr auf sich zieht, ist das herzförmige Laub mit der silbrig-grünen Blattzeichnung. Das ist charakteristisch für viele Schattenpflanzungen, sie wirken oft mehr durch ihre abwechslungsreichen Strukturen und attraktives Laub als durch bunte Blüten“, erklärt Pacalaj. Weiß, Violett und Pastelltöne sind bei den Blütenfarben am häufigsten vertreten. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie etwa die goldgelb leuchtenden Blüten der Waldsteinie und der Gelbe Lerchensporn beweisen. „Luftig, verspielt, puristisch, elegant, exotisch – grundsätzlich kann man im Schatten ebenso unterschiedliche Stimmungen erzielen wie an sonnigen Standorten, die Pflanzenauswahl ist groß genug“, fasst Cornelia Pacalaj zusammen. GMH Tipps und Tricks für Schattenliebhaber Die kühle Frische unterm Blätterdach und die üppige Vegetation laden (nicht nur) im Sommer zu Entdeckungstouren ein. Foto: GMH/Bettina Banse Gartenexpertin Cornelia Pacalaj hat einige Tipps für schattige Standorte parat: - Den Lichteinfall erhöhen, wo es möglich ist – etwa durch Fällung überzähliger und ökologisch wenig bedeutsamer Nadelgehölze oder durch gezieltes Entfernen der untersten Äste. - Die Bodenfeuchte erhöhen, zum Beispiel mit einer automatisch gesteuerten Tropfbewässerung. Da direkt in den Wurzelbereich und vorzugsweise nachts gewässert wird, ist der Verbrauch vergleichsweise gering. - Den Boden vorbereiten, vor dem Pflanzen so gut es geht lockern. Bei stark durchwurzelten Böden zehn bis 15 Zentimeter hoch Pflanzerde aufbringen. Dabei einen etwa 20 Zentimeter breiten Ring um den Stamm aussparen, da einige Gehölze Überschüttungen nicht vertragen. - Dicht pflanzen und/oder mulchen: Eine geschlossene Pflanzendecke verringert die Verdunstung, ebenso eine drei bis fünf Zentimeter starke Mulchschicht aus Gartenfaser-Staudenmulch, Xylit oder Rindenhumus. - Altes Laub einfach liegen lassen. Davon profitiert auch allerlei Kleingetier, das im Schatten seinen Lebensraum findet. GHM Das Band aus großblättrigen Funkien (Hosta) und den Zweigen der Hänge-Buche (Fagus sylvatica f. pendula) bildet eine optische Einheit. Foto: GMH/Bettina Banse Ab August schmücken die Blüten des Herbst-Alpenveilchens (Cyclamen hederifolium) halbschattige Plätze, gefolgt von dekorativem wintergrünen Laub. Die Knollenpflanzen mögen trockeneren Boden. Foto: GMH/ Anne Eskuche Ab August schmücken die Blüten des Herbst-Alpenveilchens (Cyclamen hederifolium) halbschattige Plätze, gefolgt von dekorativem wintergrünen Laub. Die Knollenpflanzen mögen trockeneren Boden. Foto: GMH/Anne Eskuche Die immergrüne Lilientraube (Liriope muscari) blüht von August bis in den Oktober hinein. Foto: GMH/Cassian Schmidt Mit Lerchensporn (Pseudofumaria lutea/alba) sowie Bergenien (Bergenia cordifolia) kommt ab Mai richtig viel Farbe ins Spiel. Foto: GMH/Cassian Schmidt) Foto: GMH/Bettina Banse

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