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12.02.2020_WZ

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SamStag, 15. Februar

SamStag, 15. Februar 2020 16 Freut mich, dass Sie das sagen. Mein persönliches Highlight ist sicherlich die nachhaltige Veränderung des Stadtbilds rund um den Brenzpark mit dem gelungenen Innenstadtumbau zur Vorbereitung auf die Landesgartenschau 2006. Mit der Landesgartenschau vor 14 Jahren haben wir den Grundstein für den Leipniz-Campus geschaffen, der als neuer Stadtteil zukunftsweisend für Heidenheim steht. Wir haben es geschafft, Bahnanlagen und andere Industriebrachen in die Stadt zurück zu holen. Weitere Highlights waren der Neubau des Congress-Centrums mit Hotel und damit das Ende einer 40-jährigen Diskussion um die Notwendigkeit einer Veranstaltungshalle in Heidenheim. Die Einweihung der DHBW, der Neubau der Stadtbibliothek und die zügige Bebauung des Ploucquet-Areals, sowie der Aufstieg des FCH in die 2. Bundesliga waren weitere Höhepunkte der vergangenen Jahre. Persönlich freuen mich die Momente, wenn Menschen gegen ein Projekt waren und danach zugestehen, dass es doch die richtige und eine wegweisende Entscheidung war. » Sie waren 14 Jahre in Salach Bürgermeister. Worin lag denn der Unterschied zu den Aufgaben des Oberbürgermeisters? Der Umfang und die Komplexität. Von uns allen, aber vor allem in der Kommunalpolitik wird so viel Offenheit und Flexibilität für Neues erwartet. Die Zeit im Hier und Jetzt ist schnelllebig genug, ohne dass wir stets zurückblicken. In einer kleinen Kommune ist die Nähe zu den Menschen größer. Dafür gibt es in Heidenheim Aufgaben, die es in einer kleinen Gemeinde nicht gibt. » Wie sehen Sie als CDU-Mitglied die landespolitische Situation in Heidenheim, seit Jahren keinen MdL der CDU im Landtag sitzen zu haben? Ich finde es immer noch schade, dass Stadt und Region nicht mehr im Europäischen Parlament vertreten sind. Dennoch sind wir in Land und Bund breit aufgestellt. Ich arbeite gerne mit den Abgeordneten der Region zusammen und unterstütze diese Vielfalt im politischen Leben. Wünschen würde ich mir mehr ergebnisorientierte Politik, die in der Heimat wurzelt. Bernhard Ilg beim gemeinsamen Gespräch im Rathaus. Ein politisches Schwergewicht in Heidenheim, der noch vieles im Fokus hat und dies auch mit dem notwendigen Optimismus forciert. Foto: Maike Wagner und mehrdimensionales Denken im Rathaus. Gerade deshalb habe ich den Beruf gewählt. Schon als Jugendlicher wurde mir bescheinigt, dass ich es mit Menschen kann. Im Beruf des Oberbürgermeisters lässt sich diese Gabe besonders gut entfalten aber mit dem Wissen, dass man es nicht allen recht machen kann. » Kontakten und kurzen Gesprächen gehen Sie nicht aus dem Weg – wollen die Menschen gerne einen nahbaren Oberbürgermeister? Nur im Gespräch lässt sich erkennen, wie jemand tickt. Ein enger Austausch mit der Bevölkerung ist alleine schon deshalb nötig, um Chancen, Herausforderungen aber auch Ängste verstehen zu können, die manche Entscheidungen mit sich bringen. » Als studierter Dipl. Verwaltungswirt haben Sie in Heidenheim sehr viel geleistet. Was waren Ihre persönlichen Highlights? » Warum war es Ihnen so wichtig die Innenstadt für alle Generation zu entwickeln? Bsp. Bibliothek, Schloss Arkaden. Was heißt eigentlich Generationengerechtigkeit? Meine Antwort lautet: Alle gehören dazu. Und alle sollen sich eingeladen fühlen, sich zu beteiligen. Das Herz einer Stadt ist und bleibt die Innenstadt als ein Ort für Begegnung. Im April wird es einen städtebaulichen Ideenwettbewerb zur Innenstadtsanierung geben, mit neuen

SamStag, 15. Februar 2020 17 Formen der Bürgerbeteiligung. Was den Familien dient, dient gleichzeitig allen Generationen, da in einer Familie alle Generationen vertreten sind. Wo sich Menschen heimisch fühlen, weil die Kinder gut aufgehoben sind, Mama und Papa Arbeit und die Großeltern Lebensqualität finden, da lebt eine Stadt. » Warum darf eine Stadt nicht stehen bleiben und wie sieht die Stadt von Morgen aus? Weil meine Kinder und Enkel andere Schwerpunkte setzen. Die Stadt von morgen wird smarter sein. Wir werden auf das Auto in der Innenstadt eher verzichten können und wollen, weil es spannende Alternativen neben Stadtbus und Fahrrad geben wird. Wir sind heute schon eine Stadt der kurzen Wege und müssen diesen Vorteil stärker denn je ausspielen. Dazu gehört auch, die Fußgänger in den Verkehrsplanungen mit einzubeziehen. Eine Stadt, die sich nicht weiterentwickelt, kann das auch nicht vom Handel, der Industrie und der Bevölkerung verlangen. Als Stadt sind wir und müssen wir Vorreiter sein. » Unser FCH befindet sich momentan auf den vierten Tabellenplatz. Dieser großartige Erfolg hilft auch der Region als Industriestadt, sehen Sie das auch so und wenn ja - warum? Der FCH prägt das Image unserer Stadt eindeutig und das ist auch gut so. Auch durch den Erfolg des FCH wurde der Schlossberg überregional bekannt. Die Entwicklung auf dem Schlossberg geht noch weiter: eine Seilbahn auf den Schlossberg, Wohnungsbau auf dem Areal des Schwesternwohnheims, neue Park- und Verkehrswege. Hier wird sich noch einiges tun. » Wie sehen Sie die Entwicklung des ÖPNV? Die Mobilität in Heidenheim entwickelt sich seit Jahren weiter. Bevor wir den nächsten Verkehrsentwicklungsplan in Kraft setzen, wollen wir die Bürger beteiligen, um die Bedürfnisse und Forderungen der einzelnen Verkehrsteilnehmer einfließen zu lassen. Dazu gehören natürlich auch ein leistungsfähiger ÖPNV. » Heidenheim hat Ihnen über die Jahre mit Marcus Bosch die Freude an der Oper ge-schenkt - Ist es auch hier die große Kulturfamilie? Ich bin froh, Marcus Bosch für die Stadt gewonnen zu haben. Als Festspielstadt haben wir mittlerweile europäischen Rang. Im Rittersaal des Schlosses Hellenstein, im Festspielhaus und im Opernzelt Opern und Konzerte zu bestaunen, ist ein ganz besonderes Vergnügen und man spürt die Atmosphäre in der gesamten Stadt. Insofern gehört nicht nur der Opernfreund, sondern die ganze Stadt in die Kulturfamilie. » Für Anwohner der B 466 in der Stadt ist die extreme Belastung des Verkehrs kaum auszuhalten. Worin sehen Sie die Problematik für eine Zone 30 für die Wilhelmund Clichystraße innerstädtisch? Die Bundesstraße 466 gehört wie der Name sagt dem Bund. Auf den Straßen des überregionalen Verkehrsnetzes gilt die Straßenverkehrsordnung mit 50 km/h Höchstgeschwindigkeit (§ 3 Abs. 3 Nr. 1 StVO). Die kommunale Straßenverkehrsbehörde kann sich da nicht über den Gesetzgeber stellen (§45 Abs.1c StVO) » Vieles hat sich in 20 Jahren verändert. Die zunehmende Konfrontation im politischen Leben ist nicht immer einfach. Was gibt Ihnen Kraft zum Ausgleich? Ich bin ein Familienmensch und tanke Kraft beim Sport und auf Reisen. Dabei kann ich stets gut abschalten und neue Energie sammeln. Der Kopf wird frei für neue Pläne und Ideen. » Was sind denn aus Ihrer Sicht die wichtigsten Dinge, die sich in den nächsten Jahren entwickeln müssen? Wir wollen unsere Rolle als Hochschulstandort weiter ausbauen und dem können wir nur gerecht werden, wenn das zweite DHBW Gebäude gebaut ist. Im Leipniz-Campus wird neben dem bestehenden DOCK 33 als Co-Working-Space auch noch ein Makers-Space entstehen. Die Innenstadt wird rund um das Rathaus saniert. Die neue Rathausfassade spart Energie und die Umgestaltung der Fußgängerzone zieht Menschen in die Innenstadt. Die Verbesserungen auf dem Schlossberg bestätigen und verstärken unsere Position als gesellschaftlichen Mittelpunkt in Ost-Württemberg. Vielen Dank Herr Oberbürgermeister für Ihre Zeit. Fotos: Maike Wagner

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