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09.05.2018 Neue Woche

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neuewoche. Mittwoch, 9.

neuewoche. Mittwoch, 9. Mai 2018 10 Charmante Vagabunden im Blumenbeet WIE GEMALT: Der stolze Fingerhut (Digitalis) ist giftig, aber wunderschön. Er gedeiht in sonnigen und halbschattigen Bereichen. Foto: GMH/Bettina Banse Sich selbst versamende Stauden bringen Dynamik in jeden Garten – wenn man sie lässt. Manche Pflanzen haben fast schon gestalterische Ambitionen. Bei den Stauden ist es wie bei den Menschen: Einige haben gerne ihre Ruhe und mögen keine Veränderungen, andere hingegen sind neugierig und unternehmungslustig. Wenn sie dürfen, wie sie wollen, schauen sich Fingerhut, Prachtkerze & und Co. gerne ein bisschen im Garten um. Zum Glück, findet Garten-Expertin Doris Ehrhardt: „Nicht alles bis ins kleinste Detail zu planen, sondern auch bewusst auf den Zufall zu vertrauen, das hat im Garten einen ganz besonderen Reiz. Arten wie Akelei oder Purpur-Witwenblume möchte ich fast schon gestalterische Ambitionen unterstellen: Ihr Samen fällt oft stilsicher in die richtige Lücke und erzielt hinreißende Farbakzente!“ Spannende Dynamik im Beet Die liebenswerten Vagabunden richtig einzubinden, erfordert zwar ein wenig Übung, ist aber auch kein Hexenwerk. „Wichtig ist eine Grundstruktur aus Gräsern, Blattschmuckpflanzen und langlebigen Blütenstauden. Innerhalb dieses Gerüsts dürfen sich dann die eher kurzlebigen selbst versamenden Arten tummeln – in Maßen“, erklärt Doris Ehrhardt. Einige der attraktiven Zauberkünstler erscheinen Jahr für Jahr in genau der richtigen Dosierung, bei anderen greift die Staudenexpertin auch in ihrem eigenen Garten ordnend ein. „Je abwechslungsreicher der Garten gestaltet ist, umso mehr Samenfresser wie Vögel und Ameisen stellen sich ein, und desto weniger hat man selbst zu tun. Ich warte in der Regel ab, bis sich im Beet die ersten Sämlinge zeigen, und reduziere diese dann gezielt. Lediglich bei sich sehr stark versamenden Arten wie der Lichtnelke oder dem Natternkopf entferne ich schon direkt nach der Blüte einen Teil der Samenansätze.“ Aus der Trickkiste der Profigärtner Bei einigen wunderschönen, aber auch sehr raumgreifenden Arten kann man das Problem der übermäßigen Ausbreitung auch elegant umgehen. „Die Kleinblütige Bergminze beispielsweise versamt sich wirklich unglaublich. Hier empfehle ich, auf Züchtungen zurückzugreifen, die keine keimfähigen Samen bilden – bei Calamintha etwa auf die Sorte ‚Triumphator‘“, sagt Doris Ehrhardt. Solche gärtnerischen Sorten bieten zudem oft noch weitere Vorteile wie eine besonders lange Blütezeit, intensivere Farben, eine niedrigere oder gleichmäßigere Wuchshöhe und sie sind besonders langlebig, standfest und robust. „Vielen unserer Kunden ist auch die Sortenechtheit sehr wichtig, etwa weil sie einen Gartenbereich in einem bestimmten Farbton gestalten möchten. Sprösslinge aus Samen von nicht sortenechten Pflanzen sehen zum Teil in Farbe und Gestalt ganz unterschiedlich aus. Mit vegetativ, also über Stecklinge vermehrten Exemplare aus der Gärtnerei ist man auf der sicheren Seite. Sie besitzen dieselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze.“ Planbarkeit und Überraschungseffekte: Ein gelungener Garten braucht eben beides. GMH AUERBLÜHER: Zart im Aussehen nd robust im Wesen verleihen rachtkerzen (Gaura lindheimeri) naurnahen und modernen Pflanzungen b Juli eine wunderbare Leichtigkeit. in Rückschnitt im Oktober empfiehlt ich. Foto: GMH/Bettina Banse HINGUCKER: So winzig die einzelnen Blüten des Argentinischen Eisenkrauts (Verbena bonariensis) sind, so aufsehenerregend ist seine gesamte Erscheinung. An einem vollsonnigen Platz erhält es sich durch Selbstaussaat jahrelang. Foto: GMH/Arno Panitz LEUCHTENDE FARBEN: Wo er sich wohlfühlt, versamt sich der Kambrische Scheinmohn (Meconopsis cambrica) zuverlässig. Wunderhübsch ist er in Gesellschaft von Funkien (Hosta) und Farnen. Foto: GMH/Peter Behrens ZEITLOSE ELEGANZ: Die filigranen Blütenstände der Akelei bereichern Natur- und Bauerngärten ebenso wie moderne Beetgestaltungen. Erst mit mehreren, locker verteilten Exemplaren entfalten sie ihre ganze Wirkung. Foto: GMH/Bettina Banse

neuewoche. Mittwoch, 9. Mai 2018 11 Die blühende Pracht optimal versorgen Der Sommerflor wartet auf kauffreudige Blumenliebhaber: Vier Tipps für eine erfolgreiche Blühsaison in Kästen und Kübeln. Blumenliebhaber stecken in den Startlöchern: Die Zeit der Balkon- und Kübelpflanzen beginnt demnächst und der gärtnerische Fachhandel bietet eine große Auswahl an Sommerflor Für einen guten Start in die Saison und die größtmögliche Blütenpracht sind ein paar Dinge zu beachten. Denn nur, wenn Blumen optimal versorgt werden, haben sie genügend Kraft, um Krankheiten abzuwehren, zu wachsen und immer wieder neue Knospen zu bilden. Dazu brauchen sie nicht nur Sonnenlicht und ausreichend Wasser: Zu den wichtigen Bausteinen gehören frische Erde und eine langfristige Versorgung mit Nährstoffen. Hier bieten Einzelhandelsgärtnereien und Gartenbaumschulen Beratung und eine Auswahl an geeigneten Produkten. Tipp 1: Den Wurzeln Gutes tun mit neuer Erde Pflanzen nehmen Nährstoffe und Wasser über die Wurzeln auf, deshalb ist gesundes Wachstum unter der Erde genauso wichtig wie über der Erde. Ausgelaugtes, klumpiges oder minderwertiges Substrat führt auf Dauer dazu, dass die Pflanzen unzureichend versorgt werden. Deshalb sollte die Erde in Kübeln und Kästen im späten Frühjahr ausgetauscht werden. Hochwertige Produkte fördern durch ihre Struktur das Wurzelwachstum und können Wasser speichern. Außerdem ist frische Erde im Gegensatz zu altem Substrat frei von Krankheiten und Schädlingen. Tipp 2: Auf besondere Bedürfnisse eingehen Für viele Pflanzen ist Universal-Blumenerde eine gute Wahl, es gibt jedoch auch Gewächse, die besondere Ansprüche stellen. Spezialerde bietet sich unter anderem bei Sukkulenten an, die sandigen Grund mit wenig Humus bevorzugen. Die Wurzeln von Zitrusgewächsen sollten auch bei nasser Erde gut mit Sauerstoff versorgt werden, was durch einen hohen Anteil an steinigen Bestandteilen erreicht wird. Moorgewächse wie Rhododendren, Azaleen oder Heidelbeeren gedeihen am besten in saurer Erde mit einem pH-Wert von 4,5 bis 5,0. Bei Hortensien lässt sich mit Hilfe des Säuregehalts der Erde sogar die Blütenfarbe beeinflussen. Zudem hilft eine Spezialmischung, den hohen Wasserbedarf der Blühsträucher zu decken und dabei Staunässe zu verhindern. Tipp 3: Auf ausreichend Nährstoffe achten Dauerblüher produzieren viele Knospen und benötigend dementsprechend viele Nährstoffe. Werden Stickstoff, Phosphat, Kalium, Magnesium oder Eisen knapp, verkümmern die Pflanzen, Schädlinge und Krankheiten können sich dann leichter ausbreiten. Wächst eine Pflanze im Topf, GLEICH UND GLEICH GESELLT SICH GERN: Ähnliche Farben in verschiedenen Blüten sorgen für ein besonders harmonisches Erscheinungsbild von Kästen und Kübeln. kann sie anders als im Gartenboden nicht auf natürliche Vorräte zurückgreifen. Sie ist stattdessen auf regelmäßige Düngergaben angewiesen, wobei sich ein Mangel oft erst nach Wochen zeigt. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte zu einem hochwertigen Langzeitdünger greifen, der für die gesamte Saison reicht. Auch hier empfiehlt es sich, auf besondere Bedürfnisse einzugehen, zum Beispiel bei der Zusammensetzung der Spurenelemente. Deshalb gibt es zahlreiche Spezialdünger; unter anderem für Rhododendren, Hortensien, Kletterpflanzen, Nadelbäume, Rosen und Beerensträucher. Tipp 4: Drainageschicht schützt vor Staunässe Viele Pflanzen vertragen es nicht, wenn ihre Wurzeln im Wasser stehen. Die so genannte Staunässe führt im schlimmsten Fall dazu, dass der unterirdische Teil fault und die Pflanze schließlich abstirbt. Deshalb sollten Töpfe, Kübel und Kästen immer einen Ablauf haben. Außerdem ist eine Drainageschicht am Boden des Gefäßes aus Kies, Scherben oder Blähtonkugeln hilfreich. Dorthin kann überschüssiges Wasser laufen, bis die Pflanze es benötigt. Diese vier Tipps helfen, Sommerblumen optimal über die Saison zu versorgen. Wer die Pflanzen zudem passend zu ihren Ansprüchen an einem sonnigen oder halbschattigen Standort platziert und sie gut feucht hält (ohne dass das Wasser im Topf steht), hat beste Voraussetzungen geschaffen, um sich den ganzen Sommer über an seinen bepflanzten Kübeln und Kästen zu erfreuen. GMH VIER TIPPS FÜR KÄSTEN UND KÜBEL: Denn nur, wenn Blumen optimal versorgt werden, haben sie genügend Kraft, um Krankheiten abzuwehren, zu wachsen und immer wieder neue Knospen zu bilden. Fotos: GMH

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