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08.08.2018 Neue Woche

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neuewoche. Mittwoch, 8.

neuewoche. Mittwoch, 8. August 2018 10 Auch Hecken bekommen Geheimratsecken ERHABENE STRUKTUREN: Alleine könnte die lange Eibenhecke langweilig wirken, doch die Grasfontänen des Blaustrahl-Wiesenhafers (Helictotrichon sempervirens) und die violett blühende Katzenminze (Nepeta) machen das Entlangwandeln zur Lust. Foto: GMH/ Bettina Banse Gekonnt kaschiert: Ein wirkungsvoller Blütensaum statt kahler Stellen im Garten gehört unter jede Hecke. Sie ziehen die Blicke auf sich – lassen sie aber nicht durch: Dichte, gut geschnittene Hecken bieten nicht nur zuverlässigen Sichtschutz, sie können auch gestalterisch wertvolle Gartenelemente sein. „Hecken eignen sich sehr gut, um den Garten zu gliedern. Gleichzeitig bilden sie eine ruhige Kulisse, vor der abwechslungsreiche Staudenrabatten umso besser zur Wirkung kommen. Hecken und vorgelagerte Beeten sind daher wie füreinander geschaffen, zumal sich der Übergang vom Gehölz zur Freifläche auch in der Natur nicht abrupt, sondern allmählich vollzieht,“ erklärt einer, der es wissen muss: Michael Moll lebt seine Leidenschaft für Pflanzen sowohl als Staudengärtnermeister wie auch als Gartenplaner voll aus. ONNIGE AUSSICHTEN: Woll-Ziest Stachys lanata) und das braunrot eblätterte Purpur-Greiskraut (Liguaria dentata) verbergen Schönheitsehler im sonst makellosen Laubkleid er Buchenhecke (Fagus sylvatica). Foto: GMH/ Bettina Banse Der Garten-Experte kennt beides - Hecke-Beet-Kombinationen, die von vornherein als solche geplant wurden, und Fälle, in denen ein Blütensaum erst nachträglich angelegt wurde, als Erste-Hilfe-Maßnahme sozusagen. Problem: Hecken verkahlen an der Basis „Denn ein Problem, auf das man bei Hecken immer wieder trifft, sind Pflanzen, die im unteren Bereich verkahlen. Die Ursache ist meist Lichtmangel, entweder, weil der Standort generell sehr dunkel ist oder weil die Hecke falsch geschnitten wurde.“ So oder so, optisch leiden Hecke und Gartenbesitzer oft sehr unter den grünen Geheimratsecken, die sich, einmal vorhanden, nur im Ausnahmefall wieder schließen. Problem gelöst mit einem Blütensaum Im Gegensatz zur lückigen Haarpracht gibt es für kahle Stellen in der Hecke jedoch ebenso simple wie attraktive Problemlöser: Ein Blütensaum aus Stauden verdeckt nicht nur unschöne STILLLEBEN IN GRÜN: Prächtige Funkien (Hosta) umschmeicheln den Fuß der Hecke aus Kornelkirsche (Cornus mas) und werden ihrerseits von Hängepolster-Glockenblumen (Cam-panula poscharskyana) umgarnt. Foto: GMH/ Bettina Banse EDLER BLÄTTERMIX: Die frischgrünen hochaufragenden Farnwedel bilden einen schönen Kontrast zum breiten schwarzrotem Laub der Blut-Buche und den glänzenden Efeublättern und kommen so auch im Schatten zur Geltung. Foto: GMH Stellen, sondern wertet die Gartensituation als Ganzes auf. „Vorausgesetzt natürlich, die Pflanzen passen zur Hecke und zum Standort. Sowohl die Hecke als auch die Stauden dürfen sich gegenseitig nicht zu sehr Konkurrenz machen“, sagt Michael Moll. „Die Wahl der Stauden hängt unter anderem davon ab, wie viel Platz vor der Hecke zur Verfügung steht. Ist es nur ein schmaler Streifen, wird man sich auf wenige Arten beschränken, die zudem nicht über die kahlen Stellen hinauswachsen sollten, sonst kahlen die Gehölze weiter auf.“ Rein optisch gesehen, sind von elegant bis natürlich alle Spielarten denkbar. „Vor Eibenhecken mit ihrer ebenmäßigen Struktur und dem satten, dunklen Grün bieten sich plakative Pflanzen an. Wenn nur wenig Platz zur Verfügung steht, könnte das ein Streifen mit Purpurglöckchen sein, mit Gräsern oder auch mit Frauenmantel.“ Weitaus lieber ist es dem Pflanzenfan natürlich, wenn er die vorgelagerte Fläche in ein richtiges Staudenbeet verwandeln darf. Mit ein bisschen Abstand zur Hecke kommen auch größere Arten zum Einsatz und bringen entsprechend Abwechslung in die Höhengestaltung. „Bei einer Hainbuchenhecke mit 50 bis 60 Zentimetern Platz nach vorne kann man schon eine naturnahe Gestaltung angehen, etwa mit himmelblau blühendem Kaukasusvergissmeinnicht, Elfenblumen, Funkien und Bergenien. Zwiebelblumen unterstützen den Frühjahrsaspekt.“ Auf diese Weise wird aus einem Gartenärgernis eine ganzjährig schöne Gartenattraktion. Es darf auch ein richtiges Staudenbeet sein „In jedem Fall müssen die Pflanzen auf die Hecke und die Standortbedingungen abgestimmt sein, deshalb sollte man sich am besten individuell in der Gärtnerei beraten lassen, vielleicht auch zwei, drei Fotos von der Situation vorzeigen“, rät Michael Moll. Eine Grundvoraussetzung, damit sich die neuen Pflanzen gut entwickeln, ist außerdem eine gründliche Bodenvorbereitung. „Das bedeutet: Neben der Hecke muss der Boden spatentief umgegraben und gelockert werden. Keine Angst, die Hecke gleicht den Verlust an Feinwurzeln anschließend wieder aus.“ Zur Bodenverbesserung empfiehlt Moll außerdem, humushaltiges Pflanzsubstrat in die Erde einzuarbeiten. „Außerdem sollte man die Vorpflanzung natürlich wie jedes Staudenbeet im Frühjahr mit Kompost oder einem Mehrnährstoffdünger versorgen und bei Trockenheit wässern. Wer sich Arbeit sparen und sowohl seiner Hecke als auch den Stauden etwas richtig Gutes möchte, verlegt zwischen den beiden einen einfachen Tropfbewässerungsschlauch. Der muss und sollte gar nicht die ganze Zeit laufen, aber wenn es mal eine Trockenperiode gibt, kann man ihn stundenweise anstellen. Das ist Gold wert.“ GMH

neuewoche. Mittwoch, 8. August 2018 11 Halb Baum, halb Strauch, bezaubernd schön Besondere Wuchsform, schneeweiße Blüten und feurige Herbstfarben: Die Felsenbirne gehört zu Recht zu den Stars moderner Gartengehölze. Halb Baum, halb Strauch und bezaubernd schön: So lässt sich die Felsenbirne (botanisch: Amelanchier) charakterisieren. Wegen ihrer Wuchsform, den Blüten und Beeren sowie ihrer leuchtenden Herbstfärbung von Blattwerk und Früchten gehört sie zu Recht seit geraumer Zeit zu den Stars der modernen Gartengehölze. Baumschulen und Gärtnereien haben die Felsenbirne meist vorrätig oder können sie kurzfristig in der passenden Größe bestellen. Zudem beraten sie bei der Sortenauswahl und geben Pflanz-Tipps. Ein Allroundtalent Es kommt nicht von ungefähr, dass die Felsenbirne so beliebt ist. Sie ist ein Allroundtalent. Die jungen Blätter im Frühjahr treiben bronzefarben aus. Von Ende April bis Anfang Mai bezaubert die Felsenbirne mit einem weißen Kleid aus sternförmigen Blüten. Sie locken Bienen an, die dafür sorgen, dass daraus dunkelviolette Früchte in der Größe von Heidelbeeren wachsen. Reif werden die Früchte ab Juni; Buchfink, Haussperling, Grünfink und Amsel sind verrückt nach ihnen. Im Herbst hat das Gehölz dann einen weiteren großen Auftritt mit einer prächtigen Laubfärbung in gelb, orange und rot, bevor die Blätter abfallen. Selbst im Winter bietet die Felsenbirne durch ihren mehrstämmigen Wuchs einen interessanten Anblick. Der zeigt sich besonders eindrucksvoll bei der Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii), die deshalb zu einer beliebten Charakterpflanze der modernen Gartengestaltung wurde. Schirmförmige Krone Ursprünglich stammt diese Pflanze aus Amerika, wurde aber bereits im 19. Jahrhundert im Nordwesten Deutschlands als Obstbaum angepflanzt. Im Handel gibt es Felsenbirnen heute aus deutschen Baumschulen vom kniehohen, jungen Strauch bis zum stattlichen, ausgewachsenen Solitärgehölz. Mit dem Alter bekommt der vier bis sechs Meter hohe Baum eine kompakte, schirmförmige Krone, die mit dem mehrstämmigen Unterbau harmoniert. Auch als Heckenpflanze Der Fachhandel bietet noch weitere Sorten. Deutlich kleiner bleibt die nur etwa zwei Meter hohe Ährige Felsenbirne (Amelanchier spicata), die als Strauch wächst. Die Hängende Felsenbirne (Amelanchier laevis) bildet dünne, überhängende Triebe bis auf etwa fünf Metern Höhe. Etwas unscheinbar im Vergleich zu den amerikanischen Verwandten wirkt die heimische Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis). Als Strauch wächst sie bis zu SCHNEEFLOCKEN IM FRÜHLING: Von Ende April bis Mitte Mai kleidet sich die Felsenbirne in ein Gewand aus sternförmigen weißen Blüten. Foto: Archiv KRAFTFUTTER FÜR DEN WINTER: Die Früchte der Felsenbirne sind so groß wie Heidelbeeren und bei Vögeln sehr beliebt. Foto: GMH vier Meter hoch und passt gut in naturnahe Gärten und Wildfruchthecken. Egal ob freistehend im Beet, im Kübel oder als Teil einer Hecke – Felsenbirnen passen an vielen Stellen im Garten. Alle Sorten vereint, dass sie Frost gut überstehen, wenig Pflege und Rückschnitt benötigen und recht anspruchslos sind. Egal ob Strauch oder Baum – am besten kommen Gehölze im Herbst in die Erde. So können sie an noch warmen Tagen bereits Wurzeln bilden. Das ermöglicht es ihnen, im folgen- ZU JEDER JAHRESZEIT EIN HIN- GUCKER: Im Herbst punktet die Felsenbirne mit einer kräftigen Laubfärbung Foto: GMH den Jahr früher und kräftiger oberirdisch auszutreiben. Herbst ist die beste Pflanzzeit Dafür ist allerdings gute Gärtnerqualität wichtig, die sich unter anderem an den Knospen und dem Wurzelballen ablesen lässt. Wer da auf Nummer sichergehen will, kauft bei den Experten in einer Gärtnerei oder Baumschule in der Nähe. Dort gibt es zusätzlich Tipps für die Bodenvorbereitung und zum Einpflanzen. GMH SANFTE WELLEN: Eng schmiegt sich der Frauenmantel an die akkurat geschnittene Eibenhecke. Das helle, rundliche Laub ist eine gelungene Ergänzung zur filigranen Nadelstruktur. Foto: GMH/Bettina Banse

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