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Zwetschgen und Enzian

Zwetschgen und

Mal blaumachen: Jetzt haben ZWETSCHGEN Saison Ab August bis Ende September wird es bei deutschem Obst so richtig süß und aromatisch, denn jetzt sind die Zwetschgen reif. Die deutschen Obstbauern sorgen dafür, dass nun alle Zwetschgen- Liebhaber endlich mal wieder so richtig „blaumachen“ können. Das beliebte Steinobst lässt sich wunderbar verarbeiten, die gesunden Früchte können aber auch ganz einfach pur von der Hand in den Mund genossen werden. Foto: stock.adobe/subbotina Die Echte Zwetschge (Prunus domestica) ist eine wahre Kostbarkeit: Die Früchte sind nicht nur wunderbar aromatisch und süß, sondern auch noch äußerst saftig, mit festem grüngelbem Fruchtfleisch. Der sich bei Reife leicht lösende Stein ist ein Merkmal, das die meisten Zwetschgen von ihren engen Verwandten, den Pflaumen, unterscheidet. Auch die Form der Früchte ist etwas markanter: Zwetschgen sind eher länglich oval, mit einem spitzen Ende, Pflaumen eher rund. Die weiße „Bereifung“ auf den violettblauen Früchten ist ein natürlicher Schutz gegen Austrocknung, Schädlinge und Schaderreger. Sie muss nicht entfernt werden, sondern stellt vielmehr ein Qualitätskriterium dar: je unversehrter, desto schonender wurden die Früchte behandelt. Energiereiche Powerfrucht Der Geschmack von reifen Zwetschgen ist einzigartig im Spätsommer. Aber nicht nur ihr Geschmack überzeugt, auch die Inhaltsstoffe können sich sehen lassen. Mit dem Verzehr führt man seinem Körper Mineralstoffe und Spurenelemente zu, vor allem Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium und Zink. Vitamine wie Provitamin A, Vitamin C und E sowie viele Vitami- ne der B-Gruppe sind ebenfalls reichlich enthalten. Der hohe Ballaststoffgehalt hilft, den Cholesterinspiegel zu senken. Pektine und Zellulose als wasserlösliche Pflanzenstoffe fördern die Verdauung. Da sie zudem viel Fruchtzucker enthalten, sind Zwetschgen 1 A-Energielieferanten, wenn man mal kurzfristig Power braucht – und das alles bei einem vergleichsweise geringen Kaloriengehalt von 47 kcal bei 100 g, denn immerhin bestehen die Früchte hauptsächlich aus Wasser. Nur beim Verzehr von getrockneten Früchten sollten Kalorienbewusste etwas zurückhaltender sein, denn durch den Wasserentzug liegen die Nährstoffe in deutlich konzentrierter Form vor. Von Kuchen bis Chutney Mit den jetzt angebotenen frischen Zwetschgen aus deutschem Anbau tut man sich und seiner Gesundheit Gutes. Neben den vielen gesunden Vitaminen und Mineralstoffen schützen die enthaltenen blauen Farbstoffe – die sogenannten Anthocyane – den Körper vor Infektionen und Entzündungen, teilweise wird den sekun-dären Pflanzenstoffen sogar eine krebshemmende Wirkung zugeschrieben. Ob frisch vom Baum oder verarbeitet: süße Zwetschgen sind immer ein Hochgenuss. Gut bekannt ist der Zwetschenkuchen, auch „Zwetschgendatschi“ genannt, der mit einem Klecks süßer Sahne jeden Genießer verzaubert. Die blauen Früchte können aber auch sehr gut eingekocht oder zu Marmelade, Kompott, Mus und Saft verarbeitet werden. Im Backofen getrocknet kann man sie als Backpflaumen genießen. Für die Herstellung von alkoholischen Getränken wie Wein, Geist, Likör oder dem bekannten Schnaps „Slibowitz“ eignen sie sich aufgrund des hohen Zuckergehaltes ebenfalls sehr gut. Die aromatischen Früchte bereichern auch viele herzhafte Gerichte. Ob als Füllung von Kartoffelklößen oder Schweinebraten, als Chutney zu gebratenem oder gegrilltem Fleisch oder eingewickelt in Speck auf dem Grill gebraten – Zwetschgen verleihen mit ihrem wunderbaren Aroma jedem Menü eine fruchtige Note. Für diese Form der Zubereitung können die Früchte auch ruhig noch nicht ganz reif sein. Der dann eher säuerlich-süße Geschmack passt hervorragend zu Pikantem. Einfach mal ausprobieren und „blaumachen“ – mit vollem Genuss! GMH Foto: stock.adobe/karepa Foto: stock.adobe.com/HLPhoto Zwetschgen: Eine tolle Familie Zwetschgen gehören zu einer großen Familie mit köstlicher Verwandtschaft .Die botanische Art Prunus domestica, die Pflaume, teilt sich in mehrere Unterarten auf. Unter ihnen tummeln sich neben den Zwetschgen so leckere Früchtchen wie die Halb-Zwetschge, die Edelpflaume, der Spilling, die Zibarte und die Mirabelle. Sie unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Fruchtform, der Fruchtfarbe und -größe sowie der Lösbarkeit des Steines. So haben zum Beispiel die zu den Edelpflaumen gehörenden Reneclauden eine grüngelbe Außenhaut und grüngelbes Fruchtfleisch und sind sehr süß, die Zibarten besitzen ein weiches und sehr gerbstoffhaltiges Fruchtfleisch und erinnern mehr an Schlehen als an Pflaumen. Mirabellen sind ein absolut aromatisch-süßes tolles Naschobst, weil sie eher klein sind und sich der Stein sehr leicht vom Fruchtfleisch löst. Wer von Zwetschgen und Verwandtschaft nicht genug bekommen kann, sollte bis in den Oktober hinein zugreifen. Die deutschen Obstbauern haben hervorragende Qualitäten aus eigenem Anbau im Angebot, es lohnt sich, diese zu probieren. GMH Zwetschgenkuchen vom Blech Zutaten (für ein Blech): 500 g Weizenmehl, ein halber Würfel Hefe (20 g), 1/4 l Milch, 100 g Zucker, 50 g Butter, 1/2 TL Salz, 5 Scheiben Zwieback, 1,5 kg Zwetschgen, Hagelzucker, etwas Schlagsahne ES BLÜHT SO BLAU: Die Schönheit des Enzians ist vielbesungen – und erfreut dank gärtnerischem Geschick auch Blumenfreunde im Flachland über viele Wochen mit seinen blauen Blüten. Fotos: GMH ENZIAN bringt alpine Freuden ins Flachland „So blau, blau, blau blüht der Enzian“: Seit Generationen begeistern die wunderschönen Blüten der Alpenpflanze Bergwanderer und Volksmusiker. Mittlerweile wächst Enzian nicht mehr nur streng geschützt im Gebirge. Gärtner haben sich der Pflanze angenommen und kultivieren sie erfolgreich im Topf, unter anderem in der Gartenbauregion Rheinland. So können sich Blumenfreunde Enzian auf den Balkon oder in den Garten holen – und ihr blaues Wunder erleben. Zubereitung: Aus Mehl, Hefe, Milch, Zucker, Butter und Salz einen Hefeteig bereiten, gut durchkneten. Zugedeckt an einem warmen Ort 30 bis 40 Minuten gehen lassen, nochmals durchkneten. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und auf ein gefettetes Backblech legen. Zwieback zerbröseln und auf den Teig streuen. Die Zwetschgen waschen, entsteinen, halbieren und möglichst dicht dachziegelartig auf den Teig setzen. Den Zwetschgenkuchen im vorgeheizten Blaues Wunder: Neue Sorten überzeugen Es ist der Züchtungsarbeit und dem Geschick von Gärtnern zu verdanken, dass Enzian (Gentiana) auch bestens im Flachland gedeiht. Dabei erweisen sich die Neuzüchtungen als sehr ausdauernd und pflegeleicht, ihre Blütezeit reicht von Mitte Juni bis Ende September. Wochenlang bilden die Pflanzen immer wieder neue Blüten, die je nach Art hellblau, dunkelblau oder blau-weiß gestreift ausfallen und sich von dem kräftig grünen Laub abheben. Sechs bis acht Wochen Blütenfreude Wie die wilden Verwandten, von denen es allein in den Alpen mehr als 30 Arten gibt, liebt auch der Enzian aus der Gärtnerei einen sonnigen Standort. Als Polsterstaude fühlt sich die Pflanze im Steingarten wohl, gedeiht aber auch prächtig in Töpfen, Schalen und Kästen. Hier lässt sich Enzian gut mit Edelweiß (Leontopodium), Heidekraut (Calluna) und Stacheldrahtpflanze (Calocephalus) kombinieren. In geschlossen Räumen hält es die Alpenpflanze allerdings nicht lange aus. Als Tischdekoration im Oktoberfest-Zelt sollte Enzian deshalb nur kurzzeitig dienen, bevor er ins Freie Ofen bei 200 Grad etwa 35 Minuten backen. Vor dem Servieren mit Hagelzucker bestreuen und mit einem Klacks Schlagsahne toppen. TIPP: Wer sich die Mühe mit dem Teig sparen möchte, greift auf Fertigprodukte aus der Kühltheke zurück. Und am besten lassen sich halb aufgetaute Zwetschgen entsteinen, die man zuvor eingefroren hat. umzieht. Im Garten ausgepflanzt, erweist er sich als sehr ausdauernd. Die Wurzeln der frostharten Staude überwintern unter der Erde und treiben im folgenden Frühjahr wieder neu aus. Profi-Tipp: Enzian nicht zu viel gießen Enzian ist wegen seiner königsblauen, trichterförmigen Blüten beliebt. Wird Verblühtes regelmäßig entfernt, regt dies die Neubildung von Knospen an. Außerdem sollte man nicht in die Blüten hinein, sondern unterhalb auf den Ballen gießen. Dabei mag es Enzian nicht zu feucht: Zwischen den Wassergaben sollte die Erde antrocknen. Steht Wasser im Gefäß, schadet das den Wurzeln, und im schlimmsten Fall geht die Pflanze ein. Deshalb sollte man für eine bessere Drainage unten im Topf eine Schicht Blähton auslegen. Für ein gesundes Wachstum benötigt Enzian zudem nur wenige Nährstoffe und sollte deshalb schwach gedüngt werden. GMH

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