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Der Patient 3-2017

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2 ausgabe 3. Quartal

2 ausgabe 3. Quartal 2017 Zeitung Des KliniKums HeiDenHeim Der Patient Wirbelsäulenchirurgie im Klinikum Die Behandlung der lumbalen Spinalkanalstenose Leitender Oberarzt Dr. Volker Ebert aus der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule stellen in den Industrieländern eine Volkskrankheit dar. So leidet nahezu jeder Mensch im Laufe seines Lebens mindestens einmal an akuten Rückenschmerzen. Nicht selten entwickelt sich daraus ein chronisches Leiden. Wirbelsäulen- und bandscheibenbedingte Erkrankungen bilden häufi ge Ursache für Krankschreibung und Arbeitsunfähigkeit. In der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Klinikums Heidenheim werden Patienten mit diesen Leiden behandelt. Während im dritten und vierten lebensjahrzehnt der Bandscheibenvorfall die häufigste ursache für rückenschmerzen ist, tritt ab dem fünften lebensjahrzehnt meist eine spinalkanalstenose auf. Dabei handelt es sich um eine Verengung des Kanals in der Wirbelsäule, in dem das rückenmark und nervenbahnen verlaufen. Entstehung der Spinalkanalstenose mit zunehmendem lebensalter kommt es zu degenerativen Veränderungen der Bandscheibe. Dies bedeutet: Deren Wassergehalt reduziert sich, die Bandscheibe wird dadurch fl acher und instabiler. Die kleinen Wirbelgelenke werden überlastet, sie bilden arthrotische Veränderungen mit kleinen knöchernen Knochenanbauten und Kapselverdickung. Häufi g kommt es zusätzlich zu einer Wucherung der Bänder zwischen den Wirbelkörpern, die der stabilisierung der Wirbelsäule dienen, beispielsweise des Bandes „ligamentum fl avum“. Drei typische Veränderungen können hier eine Verengung des Wirbelkanals hervorrufen. Dazu gehören die sich von vorn in den spinalkanal wölbende Bandscheibe, die von beiden seiten einwachsenden Knochenanbauten der kleinen Wirbelgelenke und das hinten gelegene ligamentum fl avum. Diese führen einzeln oder in summe schließlich zu den typischen Beschwerden. Die Ärzte sprechen dann von einer lumbalen spinalkanalstenose. Beschwerden bei Spinalkanalstenose als eine typische Beschwerde der lumbalen degenerativen spinalkanalstenose gilt die Verkürzung der gehstrecke. Patienten berichten dabei, dass sie beim gehen immer öfter eine schmerzbedingte Pause einlegen müssen. Dieses schmerzsyndrom heißt in der Fachsprache „Claudicatio spinalis“. Beim Bücken nach vorne vergrößert sich der spinalkanal, deshalb neigen Patienten dazu, sich beim gehen nach vorne zu beugen oder sich beispielsweise auf einem einkaufswagen abzustützen. in den gehpausen sitzen die Patienten mit nach vorn gebeugtem Oberkörper. in den meisten Fällen gibt es keine Beeinträchtigung beim Fahrradfahren, da man dabei üblicherweise leicht nach vorne beugt. Häufi g, aber nicht immer, leiden die Patienten neben den rückenschmerzen an einer schmerzausstrahlung in die Beine. Diagnostik der Spinalkanalstenose neben der klinischen orthopädischen und neurologischen untersuchung spielt die Kernspintomographie heute die wichtigste rolle in der Diagnostik der spinalkanalstenose. Hier lassen sich die ausprägung der stenose, der Zustand der nachbarsegmente und mögliche alternative Die Kernspintomographie zeigt links eine gesunde Lendenwirbelsäule und rechts eine mit schweren degenerativen Veränderungen mit multisegmentaler Spinalkanalstenose in den Lendenwirbelsegmenten L1 bis L4. Bild a: Darstellung einer Spinalkanalstenose; Bild b: Gewebevergrößerung der Facettengelenke. Bild c: Duralsack, vollständig komprimiert schmerzursachen am zuverlässigsten darstellen. eine konventionelle röntgenaufnahme mit Funktionsaufnahmen in Beugung und Überstreckung und seitneigung gibt darüber hinaus Hinweise auf eine mögliche instabilität einer Bandscheibe. Konservative Therapie der Spinalkanalstenose in vielen Fällen können die Beschwerden der spinalkanalstenose durch eine konservative therapie verringert werden. Dazu gehören neben allgemeinen maßnahmen wie rücken- oder gehschule gezieltes muskelaufbautraining der rücken- und rumpf-muskulatur. Durch Übungen zur entlordosierung (teilweise aufhebung der physiologischen Krümmung) der lendenwirbelsäule kann der größte erfolg erzielt werden. Dabei wird versucht, die Wirbelsäule aus dem Hohlkreuz in eine neutrale stellung zu trainieren. Die entscheidung zur konservativen therapie und gegen eine Operation leiten die Ärzte aus den Beschwerden der Patienten ab. Patienten, die eine beschwerdefreie gehstrecke von über 200 metern angeben, wird zu einem konservativen therapieversuch geraten. Bleibt die konservative therapie nach mindestens vier Wochen erfolglos, stellt dies einen grund für ein operatives Vorgehen dar. auch bei sehr ausgeprägten Beschwerden, wie zum Beispiel einer gehstrecke von wenigen metern oder Dauerschmerzen, wird zur Operation geraten. Bei lähmung wichtiger muskeln, dazu gehört eine lähmung des Hüftbeugemuskels, die vor allem das treppensteigen behindert oder einer lähmung des Fußhebermuskels besteht ebenso die medizinische notwendigkeit zur dringlichen Operation. Operation bei Spinalkanalstenose Die stenose kann mit einer minimal-invasiven Operation behoben werden. Dabei werden über einen rund drei cm langen, einseitigen Zugang teile des Wirbelbogens mit einer Diamantfräse unter dem Operations-mikroskop entfernt. anschließend werden die Knochenanbauten der kleinen Wirbelgelenke bis zu den gut sichtbaren rückenmarkshäuten entfernt, so dass dadurch die nervenwurzeln nicht mehr eingeengt werden. sofern erforderlich, lässt sich dabei auch eine Vorwölbung der Bandscheibe (Protrusion) oder ein Bandscheibenvorfall (Prolaps) therapieren. Die Stabilisierung durch den Titankörper und den Schrauben-Stab Fixateur (360°-Fusion). Operation bei degenerativer Instabilität Bei fortgeschrittener Degeneration der Bandscheibe entsteht eine segmentale instabilität der Wirbelsäule. Diese kann bereits bei einer mrt- oder röntgenuntersuchung erkannt werden, es zeigt sich ein degeneratives Wirbelgleiten (spondylolisthesis). Häufi g jedoch kann die instabilität erst in den Funktionsaufnahmen der lendenwirbelsäule anhand einer abnormalen Beweglichkeit entdeckt werden. gelegentlich stellt man die instabilität erst während der Operation fest. nach erfolgreicher Dekompression der stenose diagnostiziert der Operateur die instabilität durch Bewegen der sichtbaren Wirbel gegeneinander. in allen Fällen ist dann eine stabilisierung des segmentes erforderlich: Die Bandscheibe wird dazu komplett entfernt und durch eine titankörper ersetzt. Behandlung nach der Operation Da bei der Operation entweder die stabilität der Wirbelsäule erhalten wird oder eine zusätzliche stabilisierung erfolgt, kann der Patient in jedem Fall unmittelbar nach der Operation mobilisiert werden. Der einseitige minimal-invasive Zugang verursacht nur einen kleinen zusätzlichen muskelschaden. Dennoch stehen zunächst die schmerzen der Operationswunde im Vordergrund. Die individuelle schmerztherapie muss an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. in der regel können die Patienten spätestens am zweiten oder dritten tag nach der Operation selbstständig gehen. nun spürt der Patient auch den erfolg der Operation. Bei vorbestehenden lähmungen und seit längeren bestehenden Beschwerden empfi ehlt sich eine reha-maßnahme unter stationären Bedingungen als anschlussheilbehandlung (aHB). Ziel der aHB ist es, einerseits eventuelle neurologische ausfälle wie lähmungen, physiotherapeutisch zu behandeln und andererseits die Patienten mit einem rückengerechten Verhaltensmuster vertraut zu machen. Dies mindert die Belastung der Wirbelsäule sowohl im Berufs- als auch im Privatleben. Je nach berufl i- cher Belastung ist allerdings mit einer Dauer der arbeitsunfähigkeit von ein bis drei monaten zu rechnen. Dr. Volker Ebert Alles Gute für Sie. Alles Gute für Sie. Individuelle Beratung Langjährige Erfahrung Neueste Technik S AN IT ÄT SH AU S GmbH Orthopädie-Technik Hightech für Sportler Sporteinlagen Videogestützte Laufband- und Ganganalyse Fußscanning 3-D / Fußdruckmessung Dreidimensionale Wirbelsäulenvermessung zur Er fassung der Körperstatik mit individueller Berechnung von Therapieeinlagen Schuhstudio für Damen & Herren Sportschuhe Schuheinlagen Schuhtechnik Prothesen Orthesen Rehamittel 6. H E I D E N H E I M E R K U N D E N S P I E G E L Platz 1 BRANCHENSIEGER Untersucht: 4 Orthopädie/Sanitätsgeschäfte 85,4% Durchschnittlicher Zufriedenheitsgrad Freundlichkeit: 84,2% (Platz 1) Beratungsqualität: 86,3% (Platz 1) Preis-Leistungs-Verhältnis: 85,8% (Platz 1) Kundenbefragung: 10/2014 Befragte (Orthopädie)= 343 von N (Gesamt) = 905 MF Consulting Dipl.-Kfm. Dieter Grett www.kundenspiegel.de Tel: 09901/948601 Orthopädie und Reha für Kinder Medizinische Geräte z.B. 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Damit geht eine lange Zeit der Vakanz zu Ende. Die neue JaV bilden sofi a russo als Vorsitzende, lena Obst als deren stellvertreterin sowie Krisztina agoston, Vanessa Keiper und Julian schühle. Die neu gewählten JaV-ler werden sich in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat um die Belange der in der Klinik-gesellschaft beschäftigten Jugendlichen und auszubildenden kümmern.

Der Patient Zeitung Des KliniKums HeiDenHeim ausgabe 3. Quartal 2017 3 schlossbergbabys FCH-Paule überreichte Präsente gynäkologie Wenn der Beckenboden grüßt Am Montag, 15. Mai kam FCH Maskottchen Paule in die Mutter-Kind-Station der Geburtshilfe des Klinikums Heidenheim. Für die Schlossbergbabys hatte er wertvolle Präsente im Rucksack. geburtshilfe Anna-Lena Fotiadis (l.) und Dr. Carina Paschold nahmen bei der Übergabe der Gutscheine FCH-Paule in ihre Mitte, in dessen Armen sich drei neugeborene Schlossbergbabys wohlbehütet fühlten. FCH maskottchen Paule und die schlossbergbabys, zwei symbolträchtige erkennungszeichen vom schlossberg, die zueinander passen und deren Freundschaft seit Jahren gewachsen ist, denn Paule, der bei Heimspielen des „FCH“ nicht nur Kinder zum lachen bringt, schaut regelmäßig in der geburtshilfe des Klinikums vorbei. so stattete das kuschelige und kinderliebende maskottchen auch in diesem Jahr den benachbarten schlossbergbabys einen kurzen Besuch ab. natürlich hatte er auch ein geschenk dabei, diesmal gutscheine für jeweils zwei stehplatztickets für Heimspiele des Zweitligisten 1. FC Heidenheim 1846 e.V. in der neuen saison 2017/2018. Zusammen mit FCH marketingmitarbeiterin anna-lena Fotiadis überreichte er diese an Dr. Carina Paschold, die Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde und geburtshilfe. sie versprach, mit start im monat mai und bis Jahresende, jeweils einen der gutscheine an die im jeweiligen monat auf dem schlossberg geborenen neuen erdenbürger zu verlosen. Damit machen die schlossbergbabys ihren eltern große Freude und Paule wird sich freuen, die gewinner im „Familienblock“ der Hellensteinenergie Westtribüne der Voith-arena bei einem der FCH- Heimspiele der nächsten saison begrüßen zu können. Die Schlossbergbabys und ihre lotsen Die Oberärzte der Frauenheilkunde und Geburtshilfe sind echte Freunde der Schlossbergbabys und Lotsen bei schwierigen Geburten“. (v. l.) Dr. Claudia Wahl, Dr. Nicole Riede, Dr. László Óvári, Dr. Ingeborg Claßen- Winkler und Dr. Angelika Wohlstein-Pecha. Die Oberärzte der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Klinikum Heidenheim kann man als ausgewiesene Freunde der Schlossbergbabys bezeichnen, die alle eines gemeinsam haben: Sie mögen Kinder! und sie kümmern sich verantwortungsvoll und sehr versiert um werdende mütter und ihre Babys, selbst wenn manche geburtsreise sich anders als geplant entwickelt. Quasi wie lotsen auf einem großen schiff begleiten sie die geburt stressfrei auch bei manch unsicherem Fahrwasser. Für die arbeit in der geburtshilfe braucht man spezielles Fachwissen, gute nerven, eine gehörige Portion an Flexibilität und geduld. all dies zeichnet sie aus und sie besitzen eine weitere wichtige eigenschaft: sie respektieren die Kleinsten, die keine eigene lobby haben und sie kümmern sich um deren Wohlbefinden. Kinder entwickeln im mutterleib bereits eine gehörige Portion an Persönlichkeit und zeigen erste ansätze ihres temperaments. manche landen mit Donner und getöse auf der Welt, andere kommen langsam und ganz verschlafen an. Zum team der geburtshelfer gehören an erster stelle natürlich die Hebammen, die mit großem einfühlungsvermögen werdende mütter im Kreißsaal betreuen. sie werden, wenn medizinisch notwendig, von assistenzärzten mit deren Fachwissen unterstützt. sobald es jedoch abweichungen vom gewünscht unkomplizierten geburtsverlauf gibt, kommen die Oberärzte der Frauenklinik mit ihrem gesammelten erfahrungsschatz hinzu. egal, ob bei tag oder nacht, ob zu Weihnachten, sylvester oder Pfingsten, sie sind da und wachen dann oft stundenlang über ein einreisendes Baby, um der gebärenden eine „normale“ geburt zu ermöglichen. Die Kinder haben manchmal bereits einen ausgeprägten Dickkopf und inspizieren alle ecken und Winkel des mütterlichen Beckens. ganz abgesehen davon, dass sie nicht im entferntesten daran denken, ihren Kopf günstig für die Beckenpassage auszurichten und endlich zu landen. nicht nur diese situationen gilt es professionell zu bestehen, vielmehr treten Babys im mutterleib mit ihrer außenwelt in Kommunikation, indem sie die geschwindigkeit ihrer Herztöne variieren und so signalisieren: „achtung, jetzt passt genau auf mich auf, dass hier ja nichts schiefgeht!“ Die Oberärzte kennen diese signale und lassen sich auf diesen „alarm der ungeborenen“ ein. Wie bei einem Feuerwehreinsatz sehen sie quasi erst vor Ort, wo die reise denn hingehen könnte. Die Oberärzte des teams von Dr. Paschold sind jeden tag bereit, sich auf die ungeborenen Kinder einzulassen und mit ihrem gesamten erfahrungsschatz auf die „raketen“ - eine lieblingsbezeichnung der Chefärztin für die neugeborenen - und ihre mamas aufzupassen. „mit viel Herzblut und Überzeugung übernehmen sie gerne die Verantwortung, für einen jedes mal aufs neue individuellen und spannenden geburtsverlauf. Dabei werden sie mit nicht wirklich planbaren geburtsverläufen konfrontiert. Dankbar ist die Chefärztin dafür, sich auf dieses team verlassen zu können. Sie haben den Beckenboden der Frau im Fokus: (v. l.) Heike Hankl, Dr. Carina Paschold und Dr. Nicole Riede. Auf dem Bild fehlt Dr. Angelika Wohlstein-Pecha. Der Beckenboden begleitet die Frauen durch ihr ganzes Leben. Bemerkbar macht er sich während der Schwangerschaft, in den Vordergrund drängt er sich dann vor allem im höheren Alter. eine Beckenbodenschwäche zeigt sich bei Frauen im fortgeschrittenen alter in Form einer absenkung der inneren genitalorgane, also von gebärmutter, scheide, Harnblase oder Darm. Dies geht oft mit urinverlust einher oder mit schwierigkeiten, den stuhl zu halten. Die Klinik für Frauenheilkunde und geburtshilfe auf dem Heidenheimer schlossberg beschäftigt sich seit langem mit der Behandlung dieser symptome. Vor kurzem fand in stuttgart der urogynäkologie-Kongress mit interessanten operativen Workshops statt, der neue aspekte in der Behandlung von Frauen mit den beschriebenen Beschwerden eröffnet. nicht nur die Heidenheimer Chefärztin Dr. Carina Paschold, sondern auch ihre Oberärztinnen Dr. nicole riede und Dr. angelika Wohlstein-Pecha haben an der dortigen Weiterbildung teilgenommen und neue ansätze für die Behandlung der Patientinnen auf dem schlossberg mitgebracht. Für die Berufsgruppenübergreifende Wissensvermittlung begleitete sie auch die OP-schwester Heike Hankl, die mit den Ärztinnen oft zusammen am OP-tisch steht und ihnen assistiert. Zusammen kamen sie mit ersten eindrücken zu einer neuartigen Operationsmethode wieder zurück. um eine solche neue methode von grund auf zu erlernen und sie dann hinterher verantwortlich anwenden zu können, müssen die Operateure auch praktisches training an Körperspendern üben. Diese Praxis erweist sich als sehr hilfreich. im rahmen des stuttgarter Kongresses wurde dem team um die Chefärztin dazu die möglichkeit am anatomischen institut in tübingen angeboten. natürlich haben die Heidenheimer gynäkologieexpertinnen dieses angebot sofort angenommen. Zurück auf dem schlossberg haben die Operateure die neue technik mit dem minimal-invasiven Operationsverfahren (laparoskopie) inzwischen schon zehnmal mit erfolg praktiziert. „Die behandelten Frauen waren von dem Operationsergebnis rundum begeistert“, weiß Dr. Carina Paschold zu berichten. Die inneren genitalorgane werden bei diesem Verfahren über zwei aufhängungen im Becken mittels eines netzes fi xiert. im grundsatz ist die methode schon länger in der anwendung. Wesentlich für die neuartigkeit ist nun aber, die art und Weise, wie die zwei netzarme durch das Becken zu den Fixierungspunkten geleitet werden. sehr hilfreich war es zudem, dass auch die mitarbeiterin aus dem OP- Funktionsdienst mit hoher motivation dabei war, die neue methode zu erlernen und anzuwenden. Das gesamte team der Klinik freut sich sehr, dass die von ihnen so operierten Frauen mit dem ergebnis überaus zufrieden sind. im Hintergrund bleibt jedoch die Frage stehen: Warum erleiden Frauen überhaupt eine Beckenbodensenkung? in der Klärung dieses Zusammenhangs schließt sich dann der Kreis, wenn man die Frauen im jüngeren alter betrachtet, in dem das thema der geburt eine wesentliche rolle spielt. ein Blick auf die statistik zeigt, dass Frauen, die spontan geboren haben – also auf natürlichem Weg - ein zehnfach höheres risiko besitzen, in einer fortgeschrittenen lebensphase eine Beckenbodenschwäche zu bekommen. Die gründe für das auftreten sind vielschichtig. so führen Kinder mit einem geburtsgewicht über 4.500 gramm oder ein sehr langer geburtsverlauf zu einer erhöhten Beanspruchung des Beckenbodens. auch die Körpergröße der Frauen selbst, ihr Bmi (body-mass-index) sowie die geburtsverläufe der eigenen mutter oder der schwestern geben Hinweise auf die auswirkungen von spontangeburten auf den Beckenboden. um in dieser Fragestellung weitere neue erkenntnisse zu bekommen, nahm die Klinik für Frauenheilkunde und geburtshilfe im Klinikum Heidenheim an einer studie der großen Berliner Klinik Charité teil, die diese erkenntnisse bestätigte. Falsch wäre es nun aber, die spontangeburt als bekannter einflussfaktor auf die spätere Befindlichkeit der mutter deswegen an den Pranger zu stellen. Vielmehr muss auch das zu gebärende Kind in die Betrachtung mit einbezogen werden und die Vorteile einer spontangeburt. ein durch die scheide geborenes Kind profi tiert vielmehr gegenüber dem per Kaiserschnitt zur Welt gekommenen. Bei der Passage durch das Becken und die scheide wird die lunge umfassender auf die anforderungen der selbstatmung vorbereitet. außerdem wird die allergene Disposition des Kindes ebenfalls signifikant reduziert. „Wir legen sehr großen Wert darauf, den einfluss auf den Beckenboden der Frau ganzheitlich zu betrachten“, betont Dr. Carina Paschold und spricht damit auch für ihr Ärzteteam: „mit den erkenntnissen, die wir aus dem Kongress mitgebracht haben, können wir Frauen auch präventiv helfen. Zum lehrprogramm gehörten auch neueste methoden in der Versorgung von geburtsverletzungen, die wir nun praktisch umsetzen, um bei geburten und damit in frühen lebensphasen der Frauen späteren urogynäkologischen Problemen vorzubeugen. Der Beckenboden der Frau steht somit immer wieder in unserem Fokus.“ Beller GmbH Malerwerkstätte Trockenbau Akustik Steinheimer Straße 35 · 89518 Heidenheim · Tel. (0 73 21) 2 79 94-0 · Fax (0 73 21) 2 79 94-20

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