Aufrufe
vor 7 Monaten

Der Patient 3-2017

  • Text
  • Heidenheim
  • Patienten
  • Klinikum
  • Klinik
  • Klinikinfofilm
  • Heidenheimer
  • Behandlung
  • Klinikums
  • Linikum
  • Zeitung

Der Patient

schutzgebühr Zeitung des » Klinikums Heidenheim AUS DEM INHALT Wirbelsäulenchirurgie: Behandlung der lumbalen spinalkanalstenose Seite 2 Gynäkologie: Wenn der Beckenboden grüßt – neue Operationsmöglichkeiten bei Beckenbodenschwäche. Seite 3 Geburtshilfe: Oberärzte sind lotsen der schlossbergbabys. Seite 3 Radioonkologie und Strahlentherapie: speiseröhrenkrebs - eine heilbare erkrankung. Seiten 4/5 Stroke-Unit: Klinikexperten informieren über schlaganfall und Diabetes bei aktionstag. Seite 6 Homöotherapie: Vertrag zwischen sBK und Belegklinik stärkt stationäre Versorgung. Seite 7 Qualität: Zentrale sterilgutversorgung erneut rezertiziert. Seite 8 Kinderklinik: einigkeit über zukünftigen Weg Seite 8 Bundesfreiwilligendienst: Fazit des BFD-ler luca Kolb. Seite 9 Schule: abschlussfahrt des Oberkurses nach Friedrichshafen. Seite 11 Klinische Pharmazie: erneut beste klinische ausbildungsapotheke Deutschlands. Seite 12 KIK-TV: Fernsehprogramm und Klinikinfofilm für Patienten. Seite 15 leitartikel 1 euro www.kliniken-heidenheim.de ausgabe 3. Quartal 2017 | 1. Juli 2017 DER PATIENT medizinische Klinik ii Professor Dr. Daniel Walcher wird neuer Chefarzt Der Aufsichtsrat der Klinik- Gesellschaft hat am Mittwoch, 22. März 2017 Professor Dr. Daniel Walcher (42) einstimmig zum neuen Chefarzt der Medizinischen Klinik II (MK II) gewählt. er wird die nachfolge von Privatdozent Dr. arnold schmidt übernehmen, der die Klinik seit 2005 leitet und mitte des Jahres in den ruhestand wechselt. Die fachliche und menschliche Qualifikation des gewählten neuen Chefarztes, seine klare Patientenorientierung und sein fundiertes Konzept zur zukünftigen ausrichtung der medizinischen Klinik ii haben den aufsichtsrat bei seiner entscheidung überzeugt. Der 42-jährige mediziner wird die leitung ab 1. august 2017 übernehmen. als ausgewiesener experte auf dem gebiet der konservativen und interventionellen Kardiologie sowie intensivmedizin wird er ein äußerst vielfältiges spektrum sowie wichtige spezialisierungen in seine neue aufgabe einbringen. Professor Dr. Daniel Walcher, der zukünftige Chefarzt der Medizinischen Klinik II Der gebürtige illertissener studierte von 1995 bis 2002 Humanmedizin an der universität ulm. 2003 promovierte er auf dem gebiet der neuroanatomie (aufbau des nervensystems). 2008 habilitierte er auf dem gebiet der Herz-Kreislauf-erkrankungen über arteriosklerose und erhielt somit die lehrbefähigung an Hochschulen. 2010 folgte dann seine ernennung zum Professor der medizinischen Fakultät der universität ulm, deren Promotionsausschuss er auch angehört. seine medizinische laufbahn absolvierte er, bis auf einige forschungsbedingte auslandsaufenthalte, so beispielsweise an der amerikanischen Harvard-universität, vollständig am universitätsklinikum in ulm. nach seiner Facharztweiterbildung zum internisten und Kardiologen übernahm er 2010 in ulm zunächst die leitung des schwerpunktes Herzinsuffi zienztherapie und 2011 zusätzlich die leitung der aiCD-ambulanz, in der Patienten mit Defibrillatoren versorgt werden. 2013 wurde ihm die leitung der gesamten kardiologischen ambulanz übertragen. Zudem ist er mitglied im Heart-team und leiter des mitraClip-Programms der uniklinik. Hier erfolgen kathetergestützte therapien bei Herzklappenfehlern wie beispielweise der perkutane aortenklappenersatz (taVi = transcatheter aortic Valve implantation), bei welchem über die leistenarterie die neue Klappe bis zum Herzen geführt und dort in die alte Klappe implantiert wird oder das mitraClip-Verfahren zur mitralklappenintervention. seit 2014 beteiligt er sich zudem an der Ärzte-Weiterbildung für innere medizin und Kardiologie. als geschäftsführender Oberarzt der Klinik für innere medizin ii sowie Chefarztvertreter für die kardiologische Privatstation verfügt er über Führungserfahrung. Der zukünftige Chefarzt wird seinen Fokus auf die Fortführung des breiten internistischen leistungsangebots auf hohem niveau legen. seine weitere Zielsetzung liegt in der etablierung des mitraClip-Verfahren in das interventionelle leistungsportfolio sowie der intensivierung der Kooperation mit der uniklinik ulm. in der medizinischen Klinik ii werden jährlich über 5.000 Patienten ambulant, voll- und teilstationär diagnostiziert und therapiert. ein erfahrenes, kompetentes und hoch motiviertes team bildet die Basis für eine qualitativ hochwertige und moderne Versorgung der Patienten. Die schwerpunkte der medizinischen Klinik ii liegen in der Kardiologie, Pulmonologie, nephrologie, angiologie, und intensivmedizin. in diesen Bereichen werden Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen, lungenerkrankungen, erkrankungen der niere und peripheren gefäßerkrankungen (aVK) behandelt. nicht nur der zweite Bauabschnitt wirft seine schatten voraus Klaus M. Rettenberger, Direktor für Pflege- und Prozessmanagement. Im Herbst 2017, voraussichtlich im September, fällt der Startschuss für den 2. Bauabschnitt der Klinikmodernisierung auf dem Heidenheimer Schlossberg. in den kommenden dreieinhalb Jahren werden rund 60 millionen euro investiert. Zwischen altem Funktionsbau und Haus C wird ein siebengeschossiger Baukörper entstehen. in diesem Zeitraum werden aber auch weitere Veränderungen in den abläufen und Prozessen im Klinikum angestoßen und umgesetzt. im rahmen des anstehenden 2. Bauabschnitts, der mit dem abriss des erweiterungsbaus im september 2017 starten soll, werden für den Zentralen OP-Bereich, die radiologie, drei Pflegestationen, die Zentrale sterilgutversorgungsabteilung und die apotheke neue räume mit sehr moderner ausstattung entstehen. Die Fertigstellung ist rund um den Jahreswechsel 2020/2021 terminiert. ab Frühjahr 2018 soll die Baugrube für den 2. Bauabschnitt ausgehoben werden, dann sollen sich die Baukräne drehen. Danach soll der dritte Bauabschnitt begonnen werden, in einem deutlich größer als ursprünglich geplanten Baukörper. Die dafür notwendige weitere Bauplanung soll deutlich beschleunigt werden und es ist vorgesehen, dass darin alle patientennahen und interventionellen Bereiche aus den bis dahin bestehenden „Bestandbauten“ sowie die restlichen Betten in einem gebäude untergebracht werden können. Dabei gilt die Zielsetzung, mit den gesamten Baumaßnahmen früher fertig zu werden und insgesamt die Kosten zu minimieren. noch in diesem sommer werden die derzeit laufenden umbauarbeiten für die neue gynäkologie-ambulanz im dritten Obergeschoss und das neue endoskopiezentrum im 2. Obergeschoss im Funktionstrakt des Klinikums ihren abschluss finden. Die neue ambulanz der Klinik für Frauenheilkunde und geburtshilfe werden die Patientinnen mit neuen untersuchungszimmern, Chefarztzimmer, sekretariat, ambulanzanmeldung und Wartezimmer in einem zeitgemäßen Zuschnitt und einer freundlichen raumatmosphäre erleben. im neuen modernisierten interdisziplinären endoskopie-Zentrum werden die Patienten zukünftig von den teams der inneren endoskopie aus der medizinischen Klinik i sowie der Bronchoskopie der medizinischen Klinik ii gemeinsam behandelt. um die wirtschaftliche situation und die Prozesse des Hauses zu verbessern, soll aber auch noch eine Vielzahl von strukturell-organisatorischen maßnahmen umgesetzt werden, wobei das Wohl der Patienten im Fokus steht. Für eine moderne und zeitgemäße Organisation im Klinikum gilt es zukunftsorientierte lösungen zu finden und umzusetzen. Dabei spielen die Zahl der Planbetten insgesamt und die größe der Pflegestationen sowie deren Zuordnung zu den medizinischen Disziplinen des Hauses eine wichtige rolle. im Krankenhaus der Zukunft gewinnt das thema interdisziplinäre Belegung, also die Versorgung von Patienten mit unterschiedlichen indikationen auf derselben station, eine große Bedeutung. ebenso zunehmen wird die nachfrage nach sogenannten „Kurzliegerbereichen“, für Patienten mit kurzen stationären aufenthalten. auch der aspekt der Versorgung von Patienten mit Wahlleistungswünschen gehört dazu. immer konkreter wird die einführung einer akutgeriatrischen station. Damit setzt man einen großen meilenstein, denn der Durchschnitt der Bevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten immer älter werden. mit zunehmendem alter wird auch die Zahl multimorbider Patienten ansteigen. um diesem umstand rechnung zu tragen und Patienten mit alterstypischen Komplikationen und Folgeerkrankungen zielgerecht versorgen zu können, gilt es die Voraussetzungen für die größer werdende Zahl akutgeriatrischer Patienten in medizin und Pflege zu schaffen. Hierzu wollen wir die umsetzung eines dreistufigen Konzepts verfolgen. ein sogenannter „Flyinggeriater“ soll Patienten noch auf ihrer jeweiligen Pflegestation im rahmen eines geriatrischen Konsils ärztlich beurteilen. außerdem soll im Klinikum Heidenheim eine eigene bettenführende Pflegestation unter leitung eines akutgeriaters etabliert werden. sie soll Patienten, die bisher im rahmen der Frührehabilitation in der geriatrischen rehaklinik giengen versorgt wurden, aufnehmen. ein weiterer schwerpunkt soll mit der einrichtung und Zertifizierung eines endoprothetikzentrums im Bereich der Orthopädie und unfallchirurgie gebildet werden. Für Patienten, die beispielsweise eine Hüft- und Knieprothese erhalten, wollen wir dadurch die Voraussetzungen für eine weitere Verbesserung der abläufe, der Prozesse und der Behandlungsqualität schaffen. natürlich ist damit auch das Ziel verbunden, die Fallzahlen zu steigern und die Patientenbindung zu erhöhen. aber auch in anderen Bereichen sind wir aktiv, so bei der restrukturierung des OPmanagements. nur durch eine optimale auslastung der OP-säle durch beispielsweise pünktlichen Beginn, kurze Wechsel und verbesserte Planung, kann dieser kostenintensivste Bereich eines Krankenhauses wirtschaftlich betrieben werden. Hier können wir bereits einige erfolge verzeichnen, ohne uns aber entspannt zurücklehnen zu können - der kontinuierliche Verbesserungsprozess muss kontinuierlich weitergehen. einen weiteren aspekt unserer Zukunft wird das „Belegungsmanagement“ bilden. Hier gilt es, Optimierungspotentiale in der Belegung auszuschöpfen, um mehr Patienten bei entsprechender Fallzahlsteigerung zu behandeln. Dabei haben wir auch die zielgerichtete und beschleunigte Verlegung von Patienten aus der Zentralen notfallaufnahme (Zna) in die Fachdisziplinen im auge. Diese Herausforderungen gilt es zu meistern, denn nur optimierte abläufe und Prozesse im Klinikum schaffen die Basis für mehr Wirtschaftlichkeit und damit Zukunftssicherheit für das Klinikum Heidenheim, damit das gesundheitliche Wohl unserer Bürgerinnen und Bürger auf hohem niveau erhalten bleibt. Der gute ruf des Hauses benötigt weiter medizinische und pflegerische Kompetenzen auf hohem niveau, dafür müssen die grundlagen dauerhaft geschaffen werden. Wir sind auf dem besten Weg. Klaus M. Rettenberger